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MOSAMBIK Tödlicher Goldrausch

aus DER SPIEGEL 19/2007

Ein grausiger Fund von 16 Leichen in den bis zu 2440 Meter hohen Chimanimani-Bergen an der Grenze zu Simbabwe lenkt die Aufmerksamkeit der Behörden auf ein Gewerbe, das neuerdings Hochkonjunktur hat. Die Polizei identifizierte die erfrorenen Männer als illegale Goldsucher. Mosambik wird derzeit überschwemmt von solchen »Garimpeiros«. Bis zu 20 000 Glücksritter sollen es bereits sein, die in den Bergen auf das große Glück hoffen - und dort in primitiven Hütten, Höhlen oder sogar ungeschützt vor der Kälte hausen.

Die meisten Goldsucher haben nichts zu verlieren. Sie sind bitterarm, viele kommen aus Simbabwe. In ihrer Heimat wütet ein Diktator, der sich gern mit Hitler vergleicht: Robert Mugabe. Die Inflation in seinem Land hat atemberaubende 2200 Prozent erreicht, die Arbeitslosenquote liegt bei 80 Prozent. Zwar ist die Goldsuche illegal, aber die mosambikanischen Behörden haben vor dem Ansturm kapituliert und stehen nun vor neuen Problemen. Während sich das Land vom über 17 Jahre währenden Bürgerkrieg erholt, werden große Gebiete wieder nachhaltig zerstört. Wo der Goldrausch wütet, wächst kein Korn mehr - bis zu 20 Meter tiefe Krater übersäen die Landschaft, die Flüsse sind vergiftet.

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