Zur Ausgabe
Artikel 7 / 104
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Töpfer gegen Brüssel

aus DER SPIEGEL 15/1991

Ein »gutes Gewissen« hat sich EG-Kommissar Martin Bangemann bei der Wiederzulassung des hochgiftigen Holzschutzmittels PCP (Pentachlorphenol) bescheinigt. Der Brüsseler Ministerrat hatte kurz vor Ostern mehrheitlich der Beschlußvorlage der Kommission zugestimmt und das dioxinhaltige, in Deutschland verbotene Mittel EGweit erlaubt. Vergebens verhallte der Appell des Bonner Wirtschaftsstaatssekretärs Otto Schlecht, PCP müsse »aus Gründen des Umwelt- und Gesundheitsschutzes« verboten werden. In den siebziger Jahren hatte das Mittel bei 20 000 deutschen Hobbybastlern schwere Krankheiten verursacht. Allein die Niederlande, Luxemburg und Dänemark votierten mit Schlecht. Die Mehrheit der Minister stimmte dagegen Bangemann zu. Dafür will es Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CDU) jetzt auf einen Streit vor dem Europäischen Gerichtshof ankommen lassen. Denn er will das Totalverbot von PCP für Deutschland aufrechterhalten, die deutsche Gefahrstoffverordnung für Dioxine und Furane sogar noch verstärken und die Verbote von bisher 8 auf 17 Stoffe erweitern. Ein Töpfer-Beamter: »Wir sind gespannt, ob sich Brüssel da auch querlegt.«

Mehr lesen über
Zur Ausgabe
Artikel 7 / 104
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.