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Gorleben Totes Gleis

aus DER SPIEGEL 18/1996

Die Bahn AG möchte gern die kaum befahrene Gleisstrecke Uelzen-Dannenberg stillegen und hat sich deshalb den Zorn der Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EVU) zugezogen. Auf dieser Strecke befördern die Betreiber von Atomkraftwerken strahlenden Abfall in das Zwischenlager Gorleben - ein Vorhaben, das immer wieder von zum Teil gewalttätigen Demonstrationen behindert wird.

Der Plan der EVU, der Bahn die Gleise einfach abzukaufen, wurde verworfen: Wenn auf der Strecke keine normalen Züge mehr führen, so die Sorge der Strommanager, würden Atomgegner noch häufiger Schienen ansägen oder unterhöhlen. Die Strombosse versuchen deshalb, mit Hilfe von Verkehrsminister Matthias Wissmann Druck auf die Bahn auszuüben, den Stillegungsplan fallenzulassen - bislang vergebens. Würde die Strecke stillgelegt, bliebe nur noch der Gleisweg von Lüneburg nach Dannenberg übrig. Stromkonzerne und Polizei könnten Demonstranten dann nicht mehr wie bisher über den wahren Weg der Atomtransporte täuschen, die Protestierer könnten sich mit ihren Attacken ganz auf die eine Atomstrecke konzentrieren.

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