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BOTSCHAFTER Transatlantischer Knatsch

aus DER SPIEGEL 32/2001

Der deutsche Botschafter in den USA, Wolfgang Ischinger, hat im Washingtoner State Department sein Befremden über das Verhalten des künftigen US-Botschafters in Berlin, Dan Coats, zum Ausdruck gebracht. Es sei ungewöhnlich, so die Klage des Deutschen, dass sich ein Diplomat bereits vor seinem Amtsantritt einseitig in eine innenpolitische Debatte seines Gastlandes einmische. Coats hatte zum Ärger deutscher Kabinettsmitglieder bei einer Anhörung im US-Senat vor sinkenden Verteidigungsausgaben der Deutschen gewarnt, die die zentrale Rolle Deutschlands in der Nato fraglich machten. Von der CDU erhielt Coats prompt Beifall. Nach Auffassung von deutschen Regierungsmitgliedern wird der urkonservative und tief religiöse Coats, der zu den entschiedenen Abtreibungsgegnern gehört und sich gegen Homosexuelle in der US-Armee ausgesprochen hatte, an seinem Dienstort Berlin auf Skepsis stoßen.

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