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Traum-Sessel im Jumbo

aus DER SPIEGEL 44/1979

Die Beine hoch, die Augen fest geschlossen -- so sollen Erste-Klasse-Passagiere der Deutschen Lufthansa (LH) demnächst die Weltmeere und Kontinente überfliegen können.

Vom Mai nächsten Jahres an will die westdeutsche

Staats-Fluggesellschaft auf allen Jumbo-Routen neuartige Schlafsitze anbieten, auf denen sich ruhebedürftige Geschäftsleute im Flug regenerieren und betuchte Urlaubsreisende ihrem Ziel bequem entgegenschlummern können.

Je zwölf der für die Lufthansa konstruierten Komfort-Sitze (Anschaffungskosten pro Doppelsitz: 12 000 Mark) werden in das bislang nur als Bar für

Erste-Klasse-Passagiere benutzte Oberdeck der Boeing-747-Flugzeuge eingebaut.

Trotz Schlummer-Zuschlags auf den Erste-Klasse-Tarif, der für die Strecke Frankfurt -- New York ungefähr 100 Mark betragen wird, rechnen die Vertriebsmanager der Lufthansa nicht nur auf interkontinentalen Nachtflügen mit gut belegten Jumbo-Schlafabteilen. Sie erwarten vielmehr, daß auch weniger erholungsbedürftige Tages-Flieger die »Senator sleepers« (LH-Bezeichnung) buchen werden.

Denn bei vielen Fernflügen ist der Andrang der Passagiere auf Erste-Klasse-Tickets bereits so stark, daß das Angebot der herkömmlichen First-class-Sessel (32 pro Jumbo) nicht reicht.

Mit ähnlichen Liege-Sesseln im Jumbo-Buckel fliegen bereits die Fluggesellschaften Singapore Airlines, Quantas (Australien), Pan Am (USA) sowie die South African Airways. »Doch unser Sitz ist zur Zeit der komfortabelste auf dem Markt«, rühmt LH-Vorstand Günter 0. Eser den vom Kirchheimer Sport-Autositz-Spezialisten Recaro gelieferten »dream chair 2000« (Hersteller-Bezeichnung): Bei dem deutschen Traum-Sessel lassen sich neben der Rückenlehne auch die Sitzfläche und die Fußstütze so verstellen, daß der Passagier eine anatomisch günstige Ruhelage einnehmen kann.

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