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Trend zur Textil-Tapete

aus DER SPIEGEL 34/1979

Die Deutschen, innenarchitektonische Muffel ohne großen Drang zu neuen Wohnideen, haben etwas Neues entdeckt: Immer häufiger verkleiden Bundesbürger ihre vier Wände mit Textil-Tapeten -- schallschluckenden und wärmeisolierenden Gewebebahnen aus Natur- oder Kunstfaser. Die Stofftapeten gibt es -- mal rustikal oder seidigglänzend, mal bunt bedruckt oder naturfarben -- bislang in 60 verschiedenen Materialien und Mustern. Daß Gewebe an der Wand unwirtliche Betonbauten mitunter wohnlicher macht, haben inzwischen auch die öffentlichen Bauherren erkannt: In der Medizinischen Fakultät der Universität Göttingen wurden 70 000 Quadratmeter Textilware ans Mauerwerk geklebt, das ZDF ließ seinen neuen Bunker auf dem Mainzer Lerchenberg mit 15 000 Quadratmetern Textil verschönern. Engländer und Amerikaner sind freilich schon wieder einen Schritt voraus: Sie verlegen feinste Stoffe auf Zimmerfußböden und überziehen den zarten Bodenbelag mit durchsichtigem Schutzlack.

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