Zur Ausgabe
Artikel 5 / 89
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Trickreicher Waffen-Deal

*
aus DER SPIEGEL 34/1987

Der Rüstungskonzern Rheinmetall hat Saudi-Arabien mit insgesamt 13500 Maschinengewehren des Typs MG 3 beliefert. Für das heikle Geschäft hatte die Bundesregierung eine Exportgenehmigung abgelehnt. Die Waffenmanager verkauften die Gewehre daher via Schweiz. Sie gründeten eigens für diesen Auftrag die ALB-Industrietechnik mit Sitz im Kanton Zug. Die Firma schaltete den spanischen Waffenkonzern Santa Barbara ein, der dann im Auftrag von Rheinmetall mit Teilezulieferungen eines italienischen und eines pakistanischen MG-3-Lizenznehmers die Maschinengewehre produzierte. Die Waffen wurden zwischen 1979 und 1981 nach Riad verschifft. Der Staatsanwaltschaft liegen Beweise darüber vor, daß der raffinierte Waffen-Deal in der Rheinmetall-Zentrale in Düsseldorf ausgeheckt wurde. Nach dem Kriegswaffen-Kontrollgesetz ist bereits die nichtgenehmigte Vorbereitung oder Vermittlung verbotener Waffengeschäfte strafbar. Dennoch mußten die Fahnder jetzt, nach rund fünfjähriger Ermittlungsdauer, das Verfahren gegen die Rheinmetall-Manager einstellen. Die Beweisstücke stammen aus einer Durchsuchung der ALB-Räume, die Schweizer Staatsanwälte auf Ersuchen deutscher Behörden 1982 vorgenommen hatten. Die Bundesanwaltschaft in Bern hatte den Düsseldorfer Staatsanwälten zur Auflage gemacht, bei Erkenntnissen aus der ALB-Durchsuchung Rücksicht auf die Schweizer Gesetze zu nehmen. Die Vorbereitung oder Vermittlung illegaler Waffengeschäfte ist in der Schweiz aber nicht strafbar.

Zur Ausgabe
Artikel 5 / 89
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.