Zur Ausgabe
Artikel 93 / 104
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Briefe

Triftige und ehrenwerte Gründe
aus DER SPIEGEL 22/2007

Triftige und ehrenwerte Gründe

Nr. 20/2007, G-8-Gipfel: Großrazzia bei Autonomen gefährdet Merkels Beruhigungsstrategie

Unsere Gäste sollen sich schließlich in Heiligendamm wohl fühlen, sagt der finster dreinblickende Herr Schäuble. Vor allem natürlich der »liebe George«, würde die Kanzlerin hinzufügen. Vielleicht sollte man die gut 80 Millionen Landsleute des Innenministers die paar Tage in vorbeugenden Unterbindungsgewahrsam nehmen. Oder Herr Schäuble wählt sich - frei nach Brecht - noch schnell ein anderes Volk.

LEIPZIG HANS-DIETER KERN

Aus reiner Profilierungssucht veranstaltet Frau Merkel ein 100 Millionen Euro teures Spektakel für die Großen der Welt, welches ganz sicher ein Heer von G-8-Gegnern mit allen negativen Chaoserscheinungen anzieht. Dabei hätte man problemlos dieses kurze Drei-Tage-Treffen auf einem schönen Schiff auf offener See abhalten können und damit die Protestierer machtlos am Strand der Ostsee stehenlassen.

KAISERSLAUTERN ERICH JANOSCHEK

Die Veranstalter sollten einmal in aller Stille darüber nachdenken, ob eine derartige Veranstaltung der Größe und dem Ernst der politischen, sozialen und menschlichen Probleme unserer Zeit angemessen ist.

DÜSSELDORF DR. DR. H. C. BURKHARD HIRSCH BUNDESTAGSVIZEPRÄSIDENT A. D.

Die jüngsten Polizeirazzien gegen die linke und autonome Gewaltszene haben altbekannte Verteidiger auf den Plan gerufen: Abgeordnete der Grünen, Vertreter der SPD-Linken, Jusos und DGB-Funktionäre. Dabei unterstellt man dem Innenministerium, es gehe nur um die Einschüchterung friedlicher Globalisierungsgegner und nicht um die Vereitelung beziehungsweise Verfolgung terroristischer Anschläge. Ein dreister Entlastungsversuch, der wachsamen Globalisierungskritikern missfallen müsste. Denn es gibt triftige und ehrenwerte Gründe, die Globalisierung und den G-8-Gipfel abzulehnen, aber keine Rechtfertigung von Anschlägen und gewaltsamem Widerstand. Wer mit Molotowcocktails statt mit Argumenten kämpft, dem ist die Vision einer besseren Welt nur Vorwand und Phrase. Auf solche Verbündete würden die friedlich Protestierenden wahrscheinlich gern verzichten.

BAD HERRENALB (BAD.-WÜRTT.) HERBERT RAUTER

Zur Ausgabe
Artikel 93 / 104
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.