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TRUPPENABZUG.

aus DER SPIEGEL 41/1966

Der Fraktionsvorsitzende der Demokratischen Partei im US-Senat, Michael Mansfield, versuchte in Washington während eines Gesprächs mit dem Hamburger CDU-Bundestagsabgeordneten Erik Blumenfeld, übertriebene Bonner Sorgen wegen einer erheblichen Verringerung der US-Truppen in Deutschland zu dämpfen. Da Kanzler Erhard wegen des Flugs mit Präsident Johnson nach Kap Kennedy nicht wie vorgesehen mit Mansfield sprechen konnte, nahm Blumenfeld, der Erhard nach Amerika begleitet hatte, den Termin wahr. Mansfield, Initiator einer im Senat eingebrachten Resolution, in der die US-Regierung aufgefordert wird, Truppen aus Europa abzuziehen, erklärte dem Deutschen, seine Aktion sei lediglich ein Versuch, die ständige Aufmerksamkeit des Präsidenten auf diese Frage zu lenken; er wolle keinesfalls einen Zwang auf die Regierung ausüben. Sollte die Resolution vom Senat verabschiedet werden, so sei das nur als eine Meinungsäußerung dieses Gremiums zu verstehen, der Johnson nicht zu folgen brauche. Die Regierung solle weiterhin völlig freie Hand haben, darüber zu entscheiden, welche Maßnahmen zur Verteidigung Europas erforderlich seien und wie stark unter diesem Gesichtspunkt die US-Streitkräfte in der Bundesrepublik sein müssen.

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