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Briefe

TUCHFÜHLUNG
aus DER SPIEGEL 19/1965

TUCHFÜHLUNG

Sie zeigen ein Bild, auf dem ein deutscher Unteroffizier mit der linken Hand die Handhaltung eines schwarzen Soldaten korrigiert. Das ist das dritte Bild dieser Art, das ich in den letzten Monaten in der deutschen Presse zu Gesicht bekommen habe; in den beiden anderen Fällen rückte ein deutscher Unteroffizier einem schwarzen Soldaten den Stahlhelm zurecht.

Bitte gestatten Sie jemandem, der noch in der königlich preußischen Armee Rekruten ausgebildet hat, den Hinweis, daß es damals einem Vorgesetzten streng verboten war, einen Soldaten anzufassen - wenn ein Helm gerade zu rücken war, hatte er einen anderen Soldaten damit zu beauftragen -, und daß allgemein der Grundsatz galt, der Vorgesetzte habe in der Regel von jedem Soldaten einen Abstand von mindestens drei Schritt zu halten.

Anscheinend sind diese goldenen Regeln in der Zwischenzeit in Vergessenheit geraten. Vielleicht können Sie etwas dazu tun, um sie wieder in Erinnerung zu rufen, denn sie sind ein zuverlässiges Vorbeugungsmittel gegen Soldatenmißhandlungen.

Offenbach

DR. W. HOEPPENER

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