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USA / KRIEG Tunnel ohne Ende

aus DER SPIEGEL 10/1966

Kleine Männer in schwarzen Pyjamas geistern als Traumbilder durch den unruhigen Schlaf des mächtigsten Mannes der Welt. »Kleine Männer in schwarzen Pyjamas«, so nennt Amerikas Präsident Lyndon B. Johnson die kommunistischen Vietcong-Rebellen in Südvietnam, die zur Verblüffung der Welt und zum Entsetzen der amerikanischen Nation fähig scheinen, den Vereinigten Staaten die erste militärische Niederlage ihrer Geschichte zuzufügen. Nie hat eine größere Macht gegen einen kleineren Gegner einen vergeblicheren Kampf geführt.

Fanatismus, Zähigkeit und Todesverachtung der matthäutigen Kommunisten in einem Land so klein wie die Bundesrepublik ohne Bayern haben schon jetzt dem Selbstbewußtsein der US-Weltmacht einen Sprung versetzt und ihrem Präsidenten den Schlaf geraubt. Denn er ist als oberster Befehlshaber Amerikas verantwortlich für einen Krieg, der bis heute ohne Kriegserklärung blieb und dessen Ende siriusfern erscheint.

Lyndon B. Johnson: »Wir sind entschlossen, Südvietnam nicht in die Hände der Kommunisten fallen zu lassen, ob es 20 oder 50 Jahre dauert.«

Im unerklärten Krieg in Vietnam kämpfen heute 205 000 US-Soldaten. Er kostet die Vereinigten Staaten täglich 70 Millionen Dollar. Allein im letzten Monat fielen nahezu 200 Amerikaner.

Jeden Morgen, noch ehe er den Lageraum im Keller des Weißen Hauses betritt, um die militärischen Operationen durchzusprechen, studiert Präsident Johnson die tägliche amerikanische Verlustliste, die ihm per Fernschreiber in sein Arbeitszimmer getickert wird; zuweilen liest er die letzten Namen nur noch verschwommen durch Tränen, die in seinen Augen stehen.

Der Mann, der auszog, seiner Heimat eine »Große Gesellschaft« frei von Hunger und Elend zu bescheren, sieht seine Vision im Morast eines schmutzigen Dschungelkampfes versinken.

Wenn der Staatschef aus Texas über den Krieg in Indochina spricht - und er spricht seit Wochen über fast nichts anderes mehr -, so erhebt er sich schon nach wenigen Minuten rastlos aus dem großen Ledersessel in seinem ovalen Arbeitszimmer des Weißen Hauses.

Lyndon B. Johnson, 57, der vor elf

Jahren einen Herzinfarkt und vor fünf Monaten eine Gallenoperation überstand, geht dann mit langen Schritten auf und ab und monologisiert über die Unvereinbarkeit seines Wunsches, dem Morden ein Ende zu setzen, mit seinem Willen, Amerika vor Schmach zu bewahren. Ratlosigkeit befällt sein gefurchtes, wettergebräuntes Gesicht, und Ratlosigkeit überkommt auch seine Besucher, wenn der Präsident schließlich die Frage stellt, was man noch tun könne, um den Feind an den Verhandlungstisch zu bringen.

Letzte Woche griff der Präsident während eines solchen Gesprächs plötzlich mit der linken Hand an seinen rechten Oberarm, beugte den rechten Unterarm mehrmals nach oben und ließ seine Muskeln spielen. »Dies ist meine Kriegskapazität«, rief er dabei. Dann tat er das gleiche mit dem linken Arm und stieß hervor: »Dies ist meine Friedenskapazität.« Schließlich ließ er beide Arme vorschnellen, bis seine Fäuste die Brust des Gastes berührten: »Und ich kämpfe nicht nur mit einer Hand, ich kämpfe mit beiden Händen.«

Seit kurzem muß Lyndon B. Johnson nun auch noch an einer dritten Front kämpfen: an der Heimatfront. Und hier mag die für den Ausgang des Krieges in Vietnam bisher entscheidendste Schlacht geschlagen werden.

Es geht darum, ob der Dschungelkampf Johnsons Krieg oder ein Krieg Amerikas ist; ob die Eskalation des Krieges in einem noch größer werdenden Konflikt fortgesetzt oder zurückgeschraubt werden soll, ob Amerikas Engagement in Asien verstärkt oder vermindert werden muß, was die Kriegsziele sind und wie sie erreicht werden können.

Wie ein Steppenbrand hat sich in Amerika das Feuer einer leidenschaftlichen Debatte über Sinn und Unsinn, Notwendigkeit und Erfolgsaussichten der militärischen Intervention ausgebreitet.

Seit Präsident Johnson im letzten Jahr immer mehr Wehrpflichtige nach Vietnam entsandte und immer mehr Gefallene in grauen Zinksärgen heimkehrten, ist die ganze Nation von dem Fieber dieses Streits erfaßt: junge Menschen, die nicht Soldat werden wollen, und ältere Menschen, die um den Wohlstand des Landes besorgt sind; Frauen, die um das Leben ihrer Männer und Söhne bangen, Intellektuelle, die fürchten, daß Amerika seine Moral verrät, wenn es weiter mit Napalm-Bomben Tausende von unschuldigen Zivilisten in Südvietnam tötet, um einige hundert Kommunisten zu vernichten; amerikanische Militärs, die fürchten, die US-Weltmacht könnte nicht wiedergutzumachenden Schaden erleiden, wenn sie in Asien eine Niederlage hinnimmt; US-Politiker, die eine Ost-West-Entspannung mit Moskau und ein Abkommen über die Nicht-Weiterverbreitung der Atomwaffen nicht durch den Vietnam-Krieg gefährdet sehen wollen.

Quer durch die beiden größten Parteien, Demokraten und Republikaner, hat sich das Land in zwei Lager gespalten: in Vertreter des harten und des weichen Kurses, in »Falken« und »Tauben«.

Und sowohl Falken wie Tauben teilen sich wieder in je einen radikalen und einen gemäßigten Flügel:

- Die radikalen Falken sind sogar

bereit, den Krieg mit Atomwaffen nach China hineinzutragen, um den rotchinesischen Koloß zu zerstören, solange noch Zeit ist, oder aber mindestens ohne Rücksicht auf das chinesische Risiko den Krieg auf ganz Nordvietnam auszudehnen. Führende Militärs sind dieser Ansicht; politischer Führer ist der demokratische Senator und frühere Luftwaffenminister Stuart Symington.

- Die gemäßigten Falken wollen den

Landkrieg auf Südvietnam begrenzt halten, ihn aber mit allen Mitteln siegreich beenden, auch wenn eine halbe Million amerikanische Soldaten dafür eingesetzt werden müßte. Protagonisten dieser Richtung sind Verteidigungsminister Robert McNamara und Außenminister Dean Rusk. Einer der höchsten US-Beamten erklärte dem SPIEGEL: »Wir führen einen begrenzten Krieg mit unbegrenzten Mitteln.«

- Die gemäßigten Tauben möchten den

Krieg in Vietnam durch einen ehrenhaften Kompromiß beenden. Das amerikanische Engagement soll früher oder später liquidiert werden, ohne daß die strategische Position Amerikas in Südostasien beeinträchtigt wird. Vertreter dieser Politik: der ehemalige Moskau-Botschafter George F. Kennan und der ehemalige Paris-Botschafter James Gavin.

- Die radikalen Tauben verlangen den

möglichst schnellen Abzug der Amerikaner aus Vietnam. Sie werden geistig von den demokratischen Senatoren William Fulbright und Wayne Morse sowie Amerikas weisem alten Mann, dem Kolumnisten Walter Lippmann, geführt.

Die extremen Lösungsvorschläge der radikalen Falken und der radikalen Tauben haben keine Chance, verwirklicht zu werden. Und in der Mitte zwischen den Ansichten der gemäßigten Falken und der gemäßigten Tauben liegt der politische Kurs des amerikanischen Präsidenten.

Lyndon B. Johnson ist mit dem Herzen auf seiten der Tauben, mit seinen Handlungen auf seiten der Falken. Er möchte lieber heute als morgen in Vietnam Frieden schließen, aber den einzigen Weg, den er dorthin sieht, ist der Krieg.

Ein Befehl des amerikanischen Präsidenten an seine Luftwaffe symbolisierte in der vergangenen Woche den Zwiespalt: Nachdem Johnson nach einer gescheiterten Friedensoffensive im Januar die Wiederaufnahme von US -Bombenangriffen gegen Nordvietnam befohlen hatte, verfügte er in der vergangenen Woche, daß die wichtigste Eisenbahnlinie Südchinas, die durch nordvietnamesisches Gebiet führt, nicht mehr bombardiert werden soll. Grund: Johnson will die Eskalation des Krieges nach China hinein fermeiden.

Wie bei Lyndon B. Johnson, so hat auch im Volk bisher der harte Stolz des noch immer vom Pioniergeist beherrschten Amerikanertums über Sorgen, Furcht und Wunschbilder gesiegt: Nach den letzten Meinungsumfragen wird Johnsons Kriegführung von 59 Prozent der Bevölkerung unterstützt.

Doch die Debatte über den Krieg, die imvergangenen Frühjahr mit akademischen Marathon-Diskussionen, sogenannten »Teach-ins«, begann und Ende letzten Jahres zu öffentlichen Verbrennungen von Einberufungsbefehlen führte, nimmt noch immer an Heftigkeit zu.

Zentraler Schauplatz der großen Debatte eines Volkes war in den vergangenen zwei Wochen der Raum 318 im alten Senatsgebäude auf dem Capitolshügel zu Washington - ein Saal von der Größe der Aula einer höheren Schule, mit marmornen Wänden, verziert von sechs korinthischen Säulen; vier Kronleuchter hängen von der goldverzierten Decke; Fenstervorhänge und Teppiche sind aus rotem Plüsch.

Hier, wo einst Kommunistenjäger McCarthy als amerikanischer Großinquisitor seine Verhöre durchgeführt hatte, hörten nun die 18 Mitglieder des Außenpolitischen Ausschusses des amerikanischen Senats, was Anhänger und Gegner des Vietnam-Krieges zu sagen hatten. Und mit ihnen hörte es die Nation.

Über 30 Millionen Amerikaner verfolgten auf ihren Fernsehschirmen, wie Ex-General James Gavin und Ex-Botsehafter George F. Kennan in tagelangen Vernehmungen gegen, Ex-General Maxwell Taylor und Außenminister Rusk für die Regierung zeugten. Prominentester Fernsehzuschauer war Präsident Lyndon B. Johnson. Er verfolgte den Streit in seinem Arbeitszimmer gleichzeitig auf zwei Bildschirmen, die auf verschiedene Kanäle und Programme eingestellt waren.

Seit dem Fernsehduell zwischen Nixon und Kennedy im Präsidentschaftswahlkampf von 1960 hatte keine politische Sendung ähnliches Interesse gefunden. Vergleichbar schien dem Londoner »Observer« das rhetorische Duell nur den Redeschlachten im alten Athen über den Peloponnesischen Krieg: Das Massenmedium Fernsehen hatte über Nacht eine Weltmacht, in deren Territorium fünf verschiedene Tageszeiten gelten, in einen klassischen Stadtstaat zurückverwandelt, dessen Bevölkerung vor rund 2400 Jahren auf dem Marktplatz daran teilnahm, wie Alkibiades und Nikias über die Entsendung eines Expeditionskorps nach Sizilien debattierten.

Selbst die Lieblingsunterhaltung Amerikas, die Fortsetzungsserie »Peyton Place«, die dreimal wöchentlich die USA in ihren Bann schlägt, wurde von der Show auf dem Capitol übertroffen. Kinder bekamen schulfrei, Büros schlossen, Hausarbeit blieb liegen.

Die National Broadcasting Corporation nahm den Verlust von Werbung im Werte von 700 000 Mark in Kauf, um die sogenannten Hearings direkt dem Volk zu übertragen. Bei der rivalisierenden Gesellschaft Columbia Broadcasting Corporation trat der Chef der Nachrichtenabteilung, Fred Friendly (Jahresgehalt: 75 000 Dollar), zurück, weil er die Vernehmung Botschafter Kennans nicht live senden durfte.

In ungewöhnlicher Schärfe umrissen die Aussagen im Senatsraum 318 die Konturen der amerikanischen Außenpolitik. Sie beleuchteten die Absichten und Grenzen der Interventionen in Vietnam sowie die Befürchtungen und Hoffnungen, die sich daran knüpfen.

Sie enthüllten den tiefen Zwiespalt, in dem sich das amerikanische Volk und insbesondere seine Führung befindet, den Zweifel an der moralischen Berechtigung und an dem praktischen Nutzen der Weltmachtpolitik, den unterschwelligen Pazifismus und Isolationismus, der durch die Furcht vor einem atomaren Krieg noch beflügelt wird, und endlich die tiefe Einsicht in die Aussichtslosigkeit des Versuchs, über der zerrissenen Welt eine Pax Americana zu errichten.

Daneben stand die Zuversicht, mit dem ungeheuren militärischen und wirtschaftlichen Potential des Landes alle Schwierigkeiten zu meistern und die Aufgabe erfüllen zu können, die expansive Gewalt des Kommunismus zu bremsen und zu besiegen.

Im hinteren Teil des Saales drängten sich ein paar hundert Zuhörer auf Stehplätzen, fast ausschließlich Studenten oder Rekruten der US-Armee. Auf die Sitzplätze davor hatten sich Diplomaten und Senatoren-Frauen, Reporter und der Senatspfarrer, Dr. Frederic Brown -Harris, gequetscht. Ihnen gegenüber, nur durch den kleinen Tisch für den jeweiligen Zeugen getrennt, saßen an der Stirnwand des Saales die 18 Senatoren des Außenpolitischen Ausschusses - in ihrer Mitte ihr Vorsitzender, dem die Nation dieses Schauspiel und der Präsident den bisher schwierigsten Test seiner Außenpolitik verdankte: Senator William Fulbright, 60, aus Arkansas.

Seit 22 Jahren sitzt William Fulbright im Senat. Seine Familie ist wohlhabend. Ihr gehört eine Zeitung, eine Coca -Cola-Abfüllstation, eine Holzfirma, zahlreiche Grundstücke sowie größere Anteile an einer Bank.

Der demokratische Senator, der mit 34 Jahren Universitätsrektor wurde und 1954 die einzige Stimme gegen die Bewilligung von Mitteln für McCarthys Untersuchungsausschuß abgab, ist der Darling der amerikanischen Liberalen. Seit zwölf Jahren hat der gebildetste und nachdenklichste Senator Amerikas den mächtigen Vorsitz des Außenpolitischen Ausschusses inne. Außenminister konnte er selbst nie werden. Denn ungeachtet seiner liberalen Prinzipien in der Außenpolitik mußte er als Senator des Little-Rock-Staates Arkansas stets gegen alle Gesetze für die Rassengleichheit stimmen, um seine Wähler im amerikanischen Süden nicht zu verlieren.

Präsident Harry S. Truman nannte Fulbright, der nicht gern Einladungen mit Damen annimmt, weil dann nicht über Politik diskutiert werden kann, einst »diesen übergebildeten Armleuchter aus Oxford« ("that overeducated Oxford son of a bitch"). Präsident Johnson, der von Intellektuellen grundsätzlich kaum eine andere Meinung hat, versuchte dennoch als Staatschef lange Zeit, sich mit den angesehenen Senatoren gut zu stellen.

Bis zum Überdruß forderte er seinen Außenminister Rusk auf: »Sprechen Sie öfter mit Fulbright«, genauso wie er Verteidigungsminister McNamara immer wieder zur Samthandschuhbehandlung des Kongresses anhielt: »Ich will, daß Sie mit diesen Burschen in Frieden leben und sie zum Mittagessen in Ihr Büro einladen.«

Doch im Fall Vietnam nützte die weiche Welle nichts. Johnson, durch die Aktionen auf dem Kriegsschauplatz und Reaktionen an der Heimatfront unsicher geworden, verlor seine bisherige Meisterschaft in der Behandlung des amerikanischen Parlaments. Senator Fulbright hat er selbst seit Oktober nicht mehr privat gesprochen.

Der Präsident hatte dem Senator von Arkansas mehrere Gefallen erwiesen. Dennoch griff Fulbright öffentlich die Außenpolitik der Regierung an. Beleidigt ließ Johnson den Senator von allen Einladungslisten für das Weiße Haus streichen. Dazu Fulbright: »Das trifft mich überhaupt nicht.« Und wenig später sprach Johnson von »jenen Spezialanwälten, die für den Rückzug plädieren und die blind gegenüber der Erfahrung und taub gegenüber der Hoffnung sind«. Gemeint war Fulbright.

Der Senator aus Arkansas, der sich bis dahin ungleich mehr für europäische Fragen als für Asien interessiert hatte, war von der Furcht befallen worden, der Krieg in Südvietnam könnte zum Konflikt mit China führen, und hatte um die Jahreswende die öffentlichen Hearings seines Ausschusses angesetzt. Damit war der Fehdehandschuh geworfen.

Mehr denn je litt der sensible Senator von nun an unter Migräne. Immer häufiger schluckte er schmerzstillende Mittel. Und als vor drei Wochen die Vernehmungen vor seinem Ausschuß schließlich begannen, da trug er zum Schutz gegen die Fernsehscheinwerfer eine dunkle Sonnenbrille über seinen normalen Gläsern.

Johnson-Kritiker Fulbright hatte als erste Zeugen zwei Gegner der Vietnam -Politik geladen, zwei Tauben:

- General James Gavin, 58, Fallschirmjägerheld der Invasion, der aus Protest gegen Eisenhowers Militärpolitik den Dienst quittierte, Kennedys militärischer Berater wurde und ihn bis zum August 1962 am Hof von Charles de Gaulle vertrat;

- Botschafter George F. Kennan, 62, Sowjetexperte unter vier amerikanischen Präsidenten und Architekt der amerikanischen Eindämmungspolitik gegenüber Rußland nach dem Kriege.

Gavin und Kennan stimmten überein, daß Amerika die Eskalation in Vietnam nicht fortsetzen solle, sich aber auch nicht mehr einfach zurückziehen könne. Man müsse versuchen, mit den bisherigen Streitkräften auszukommen und sich auf die Sicherung von Enklaven beschränken, die mit diesen Streitkräften gehalten werden können.

Gavin begründete seine Ansicht so: Auch Amerikas Kraftquellen seien nicht unerschöpflich; man müsse sich darauf vorbereiten, in absehbarer Zeit auch in Thailand einzugreifen; die Regierung dürfe die globale strategische Lage nicht aus dem Auge verlieren.

Gavin: »Ich bin darüber besorgt, daß die Eskalation in Südostasien unsere gesamte strategische Position gefährdet, zumal wir bei dieser Eskalation von dem Willen des Feindes abhängig sind.«

Botschafter Kennan unterstützte die strategische Analyse des Generals: »Wir sollten versuchen, den Konflikt zu begrenzen, statt ihn auszuweiten, und wenn möglich eine Stellung beziehen, in der wir uns leisten können abzuwarten, bis auch unsere Gegner die Logik dieser Lage begriffen haben.«

Kennan, der seine Eindämmungsstrategie 1946 unter dem Pseudonym »Mr. X« in Amerikas bedeutendster außenpolitischer Zeitschrift, »Foreign Affairs«, erstmals veröffentlichte, erklärte, warum er selbst heute seine in Europa so erfolgreiche Politik des »Containment« in Vietnam nicht mehr für anwendbar hält: Bestimmte Gebiete in der Welt seien für Amerika bedeutungsvoller als andere, und auf die Verteidigung dieser lebenswichtigen Gebiete müsse man sich konzentrieren.

Kennan vertrat die Ansicht, daß sich die Verhältnisse in Rotchina eines Tages genauso ändern würden, wie sie sich in Rußland geändert hätten. Er schloß mit einem neuen politischen Glaubensbekenntnis: »Mehr und mehr fühle ich mich als Neo-Isolationist. Das Wichtigste ist, den Frieden unter den Großmächten zu bewahren, und wir müssen einsehen, daß wir nicht alle Gewalttätigkeit auf dieser Erde beenden können.«

Als militärischer Anwalt für die Regierung und die Falken nahm der ehemalige Generalstabschef Amerikas General Maxwell Taylor, 64, im Raum 318 Platz. Einst hatte er als Kommandeur der 101. Luftlandedivision, in der heute sein 30jähriger Sohn Tom als Hauptmann in Vietnam kämpft, im Zweiten Weltkrieg den Spitznamen »Mr. Attack« erhalten. Später wurde er als US-Botschafter in Saigon einer der Begründer der gegenwärtigen Vietnam-Politik und berät noch heute den Präsidenten.

Taylor zog gegen die Defensiv-Thesen Kennans und Gavins zu Felde. Er gab zu, seine vorbereitete Erklärung mit Lyndon Johnson abgestimmt zu haben, und erklärte, ein Rückzug in Vietnam würde das Vertrauen aller amerikanischen Verbündeten erschüttern. Die

gegenwärtige US-Strategie sei »das Beste, was bisher vorgeschlagen worden ist sicher nicht ohne Risiko - aber nur wenig, was Wert hat auf dieser Welt, ist ohne Risiko«.

Wenn es den amerikanischen Truppen gelänge, den Vietcong weiterhin so schwere Verluste beizubringen wie in den vergangenen Monaten, könnte der Gegner kaum noch lange aushalten.

Senator Fulbright warf ein, daß »die Chinesen über den Krieg sehr nervös sein könnten«. Taylors Antwort: »Sie haben allen Grund dazu. Wenn sie jetzt mit uns in einen Krieg geraten, würde es vernichtend für sie sein.«

Höhepunkt der großen Schlacht sauf dem Capitolshügel aber war ungeachtet der geschichtsbezogenen Weisheit Kennans und der aggressiven Eloquenz Taylors ein Duell zwischen Senator Fulbright und Außenminister Rusk.

Schon einige Wochen zuvor hatte Rusk vor dem Ausschuß Rede und Antwort stehen müssen. Es war eine Niederlage für den Außenminister geworden. Nervös hatte er eine Zigarette, Marke Lark, nach der anderen geraucht. Spöttisch kommentierte ein Senator: »Die Falken waren unglücklich, die Tauben waren unglücklich, und Rusk war unglücklich.«

Vorletzten Freitag erschien nun kurz vor zehn Uhr ein anderer Rusk im Sitzungsraum - im nachtblauen Anzug, konzentriert, aber unbefangen. Lächelnd schüttelte er dem Vorsitzenden Fulbright die Hand. Nicht eine Lark zog er während seines sechsstündigen Auftritts aus der Tasche; Fulbright dagegen rauchte mehr als sonst.

So verschieden wie die Ansichten der beiden Männer, von denen der eine auf dem Sessel sitzt, der für den anderen immer unerreichbares Ziel bleiben wird, so verschieden waren sie in ihrem Auftreten: Der kompakte Rusk, dessen auf Härte eingestellte Politik erst nach Kennedys Tod sichtbar wurde und dessen Ausführungen manchmal sogar an John Foster Dulles erinnerten, trug auf, seinem Vollmondgesicht wie stets ein halbes, unverbindliches, süßsäuerliches Lächeln; Fulbrights schmales Gesicht schien an diesem Tag grüblerischer und verquälter denn je.

Die zwei Welten, die von beiden Männern verkörpert wurden, prallten hart aufeinarider: Rusk repräsentiert die Staatsräson und die politische Mission der USA im weltweiten Kampf für die Freiheit und gegen den Kommunismus; Fulbright repräsentiert den humanistischen Geist, der den Krieg und jede Anwendung von Gewalt verabscheut und sich der Vergeblichkeit menschlichen Wirkens bewußt ist.

Was die beiden verbindet, lag weit zurück - beide wurden einst im Süden der USA geboren und erwarben als Studenten das begehrte Rhodes-Stipendium der Universität Oxford*. Nun standen sich die beiden Rhodes-Scholaren gegenüber, um Amerikas außenpolitischen Kurs abzustecken.

FULBRIGHT: Aus Ihren Äußerungen und aus denen General Taylors habe

ich den Eindruck erhalten, daß wir uns in einem unbegrenzten Krieg befinden und daß die einzige Art von Regelung die bedingungslose Übergabe der anderen Seite wäre.

RUSK: Bedingungslose Übergabe von was?

FULBRIGHT: Sie sollen sich Ihrer Gnade unterwerfen und aufgeben. Ich sehe keine Bereitschaft zum. Kompromiß. Nun, wir sind die stärkste Nation in der Welt und können vermutlich unseren Willen durchsetzen. Das wäre nicht sehr weise. Das haben die großen Imperien in der Vergangenheit getan, aber es war niemals sehr dauerhaft. Ein Kompromiß könnte darin liegen, daß wir die andere Seite diesmal wirklich davon überzeugen, daß wir die Ergebnisse einer Wahl in Vietnam akzeptieren.

RUSK: Die einzige überzeugende Art, in der man dies der anderen Seite klarmachen könnte, wäre, ihr die Regierung zu überlassen, damit sie die Wahlen durchführt.

FULBRIGHT: Ich glaube nicht, daß dies der einzige Weg ist.

RUSK: Ich sage nur, was diese Leute selbst verlangen.

FULBRIGHT: Zu mir oder in einer anderen Weise, von der ich wüßte, hat man das nicht gesagt. Ich hatte nie den Eindruck, daß man von uns verlangt, wir sollten uns zurückziehen und ihnen das Land ohne Wahlen überlassen.

RUSK: Haben Sie keine Zweifel an der Glaubwürdigkeit der anderen Seite in dieser Situation?

FULBRIGHT: ich zweifle nicht, daß es sehr, grausame und rücksichtslose Leute sind. Aber es genügt nicht, wenn wir sagen, daß wir den Frieden lieben. Es kommt darauf an, daß Sie überzeugend zum Ausdruck bringen, was Sie im Falle von Verhandlungen zu akzeptieren bereit sind. Ich glaube nicht, daß die Welt zusammenbrechen wird, wenn wir einen Kompromiß schließen. Wir sind stärker, als Rußland war, als es sich aus Kuba zurückzog. Wir können jeden vernünftigen Kompromiß aushalten.

RUSK: Ich verstehe nicht, was der Inhalt dieses Kompromisses sein soll. Manches Von dem, was Sie gesagt haben,

läuft darauf hinaus, daß wir unsere Anstrengungen in Vietnam aufgeben sollen.

FULBRIGHT: Nein. Ich rege nur an, daß wir eine Konferenz abhalten, und ich glaube nicht, daß wir eine bekommen werden, wenn wir nicht vorschlagen, daß die Befreiungsfront an einer Wahl teilnehmen kann. Vietnam ist schließlich ihr Land und nicht unser Land. Von ihrem Standpunkt aus sind wir Eindringlinge und vertreten den alten westlichen Imperialismus. Schließlich haben auch andere Länder, auch wir, Bürgerkriege gehabt. Das sind sehr unglückliche Auseinandersetzungen. Was mich und andere beunruhigt, ist, daß dies in einer Weise eine ziemlich unbedeutende Sache ist, in einer anderen Weise aber sehr wohl einen Weltkrieg auslösen kann. Ich möchte nicht, daß das passiert.

RUSK: Niemand von uns möchte, daß das passiert. Aber es gäbe keine große Debatte über die Frage eines Kompromisses, wenn es uns gelänge, die andere Seite zu Gesprächen zu bewegen.

FULBRIGHT: Ich glaube, daß wir irgendeinen Fehler machen. Irgend etwas muß mit unserer Diplomatie nicht in Ordnung sein.

RUSK: Ist es nicht möglich, Senator, daß mit den anderen etwas nicht in Ordnung ist?

FULBRIGHT: Ja. Viel ist mit ihnen nicht in Ordnung. Es sind sehr primitive, schwierige, arme Leute, die seit 20 Jahren kämpfen. Ich verstehe nicht, wie sie es aushalten, weiterzukämpfen, aber sie tun es.

RUSK: Sie wollen Südvietnam mit Gewalt in ihre Hand bringen.

So unentschieden wie das Duell Fulbright-Rusk, so unentschieden verlief bisher die gesamte große Debatte auf dem Capitolshügel. Alles was an sinnvollen Theorien über den Krieg in Vietnam gedacht werden kann, wurde vorgebracht. Klare Überlegenheit einer Theorie war nicht zu erkennen. Und damit fiel der Krieg in Südvietnam vorerst zurück in den Schoß des amerikanischen Präsidenten, der allein verantwortlich ist für die Entscheidungen in einem Krieg, der nicht sein Krieg ist.

Lyndon B. Johnson hat den Krieg in Vietnam von seinen Vorgängern geerbt

- von Amerikas Hindenburg Dwight D.

Eisenhower und Amerikas Hamlet John F. Kennedy.

Die Schlacht von Dien-Bien-Phu im Frühjahr 1954 zog den blutigen Schlußstrich unter die französische Kolonialherrschaft in Indochina. Am 21. Juli jenes Jahres unterzeichneten Frankreich, England, Rotchina, die Sowjet-Union, der kommunistische Vietminh, Vietnam, Laos und Kambodscha in Genf ein Abkommen über die Zukunft Vietnams. Nach dem Vorbild Deutschlands und Koreas wurde das 30-Millionen-Volk geteilt. Nördlich des 17. Breitengrades etablierte der Kommunist Ho Tschi minh eine Diktatur; südlich des 17. Breitengrades errichtete der Katholik Ngo Dinh Diem eine »Diemocratie«, eine Minderheitsregierung mit Konzentrationslagern hinter demokratischer Fassade.

Obgleich das Genfer Waffenstillstandsabkommen die Neutralität beider Teile Vietnams festgelegt hatte, kümmerten sich weder Ho Tschi-minh noch Diem darum; der eine orientierte sich nach Peking und Moskau, der andere flüchtete sich unter Washingtons Fittiche.

»Ganz Südostasien käme in große Gefahr«, verkündete Eisenhowers Außenminister John Foster Dulles, »wenn Indochina verlorenginge.« Amerika pumpte ab sofort jährlich rund 700 Millionen Dollar nach Indochina, um ein Bollwerk mehr gegen den Kommunismus zu errichten.

Außerdem erweiterten die Vereinigten Staaten zwei Monate nach Abschluß des Genfer Indochina-Abkommens den Vertragstext einer Südostasiatischen Verteidigungsgemeinschaft (Seato), die im September 1954 in Manila gegründet wurde, um ein »Indochina-Protokoll«. Die Seato-Mitglieder - Australien, Frankreich, Großbritannien, Neuseeland, Pakistan, die Philippinen, Thailand und die USA - verpflichteten sich, Südvietnam, Kambodscha und Laos im Fall einer Aggression zu Hilfe zu kommen.

Nach Gründung der Seato schrieb Präsident Eisenhower an Präsident Diem, Amerika sei bereit, Vietnam »beim Aufbau und bei der Erhaltung eines starken lebensfähigen Staatswesens zu unterstützen, das Versuchen der Subversion oder Aggression mit militärischen Mitteln entgegenzutreten vermag«.

Dieser Brief, der das Datum vorn 1. Oktober 1954 trägt, markiert, so erklärte Lyndon B. Johnson fast ein Dezennium später, »den Beginn der gegenwärtigen amerikanischen Politik in Südvietnam«.

Nach Eisenhowers - zweifellos im Hirn des John Foster Dulles entstandenen - Auffassung würden nach einem Fall von Südvietnam die anderen südostasiatischen Staaten zusammenklappen »wie Domino-Steine«.

Diese Domino-Theorie steht am Anfang der amerikanischen Eskalation in einem neuen asiatischen Krieg.

Die erste Stufe der Eskalation entsprach noch dem Genfer Indochina-Abkommen. In Genf waren für jeden Landesteil 685 Militärberater zugelassen worden - die Vereinigten Staaten entsandten zunächst nur 350 US-Offiziere; die Aufbau, Ausbildung und Neuausrüstung der südvietnamesischen Armee überwachen sollten.

Doch schon während Eisenhowers Regierungszeit verlor Amerika diese Plattform. Ho Tschi-minhs Guerillas in Südvietnam schlossen sich bald nach der Teilung des Landes zu einer »Nationalen Befreiungsfront« zusammen, entzündeten die Fackel des Bürgerkriegs und töteten in sechs Jahren 13 000 vom Diem -Clan eingesetzte Dorfvorsteher und Beamte.

Der katholische Präsident Diem nutzte den Terror, um seinerseits mit Einwilligung von Dulles die im Genfer Indochina-Abkommen bis 1956 für ganz Vietnam vorgesehenen freien Wahlen abzusetzen, die ihn hinweggefegt hätten. Immer brutaler wurden Diems Pazifizierungs-Maßnahmen, immer gewaltsamer

die Unterdrückung jeglicher Opposition, insbesondere der Buddhisten, immer stärker das Kontingent der amerikanischen Militärberater.

Als im Januar 1961 der junge John F. Kennedy den verbrauchten Eisenhower im Weißen Haus ablöste, behauptete die US-Regierung zwar noch offiziell, die Zahl der amerikanischen Berater sei nicht über die erlaubten 685 angewachsen; in Wahrheit waren es jedoch schon mehr.

Der Katholik Kennedy war an dem schmutzigen Dschungelkrieg des Katholiken Diem zunächst wenig interessiert. »Die Amerikaner können für Südvietnam nicht mehr tun als die Vietnamesen selber«, erklärte er unverbindlich.

Doch schon wenige Monate nach seinem Amtsantritt passierte der junge Präsident eine geschichtliche Wendemarke, die sich für Amerikas Eskalation in einen asiatischen Krieg als noch verhängnisvoller erweisen sollte als Eisenhowers Domino-Theorie: Im Sommer 1961 begegneten sich die Herren der Welt in Wien. Der eine, Kennedy, war von der unmittelbar vorhergegangenen schmählichen Niederlage Amerikas in der Schweinebucht von Kuba gezeichnet; der andere, Chruschtschow, stand auf dem Gipfel seiner Macht und brüstete sich später, er habe an der Donau »den jungen Mann das Fürchten gelehrt«.

Und eben diese Lektion war es, deren Folgen heute, fünf Jahre später, den Frieden der Welt gefährden.

Wenige Minuten nach der Begegnung mit Chruschtschow empfing Präsident Kennedy den »New York Times«-Kolumnisten James Reston, der diese Unterredung erst jetzt preisgab. »Chruschtschow«, so sagte Kennedy damals, »ist überzeugt, daß jemand, der sich in ein Unternehmen wie das in der Schweinebucht verwickeln läßt, unreif ist, und daß jemand, der seinen Weg nicht bis zu Ende geht, Angst hat und herumgeschubst werden kann.«

Kennedys Nutzanwendung: »Wir dürfen uns nie wieder mit diesen Leuten einlassen, wenn wir nicht glaubhaft machen, daß wir es ernst meinen. Sonst kommen wir zu nichts.«

Einer der wenigen Schauplätze dieser Erde, auf denen der junge Präsident eine Chance sah, dem siegestrunkenen Chruschtschow die Macht der Vereinigten Staaten »glaubhaft machen« zu können, um das eigene Selbstvertrauen wiederzugewinnen und den Übermut des Gegners zu dämpfen, war der Dschungel von Vietnam.

Kennedy erhöhte das amerikanische Militärbudget um sechs Millionen Dollar, entsandte seinen militärischen Berater, General Maxwell Taylor, in Sondermission nach Saigon, verstärkte die Zahl der US-Berater zunächst auf 3000 Offiziere und befahl eine schrittweise Erhöhung auf 12 000 Soldaten - »nicht, weil es die militärische Situation erforderte, sondern weil er (nach Wien) einen diplomatischen Erfolg brauchte« (Reston).

Parallel zur Verstärkung des militärischen Einsatzes Amerikas verschlechterte sich die innenpolitische Situation in Südvietnam. Immer ruchloser wurde die Herrschaft des Präsidenten Diem; seine Schwägerin Madame Nhu verspottete brennende Mönche, die sich aus Protest gegen die Diktatur mit Benzin übergossen und selbst in Flammen gesetzt hatten.

Kennedy sah die Gefahren und ahnte die Ausweglosigkeit. Weihnachten 1962, anderthalb Jahre nach Wien, murmelte er düster: »Wir sind in einem Tunnel, dessen Ende man nicht sieht.« Und Ende Oktober des nächsten Jahres entschloß er sich auf Drängen seines Beraters Harriman und seines Botschafters in Saigon, Cabot Lodge, zu einem drastischen Schritt: Er sperrte dem Regime Diem alle Hilfsgelder, bis demokratische Zustände hergestellt seien.

Aber es war schon zu spät. Am 1. November entlud sich der Haß des vietnamesischen Volkes. Diem wurde erschossen. Und noch im selben Monat fielen auch in Dallas in Texas tödliche Schüsse. Sie trafen den Präsidenten der Vereinigten Staaten. Vizepräsident Johnson siedelte ins Weiße Haus über. Als dritter Staatschef mußte er Entscheidungen über einen Bürgerkrieg in einem fernen Land treffen.

Amerika war nun schon so stark engagiert, daß ein Rückzug aus Vietnam der Glaubwürdigkeit und dem Prestige der Vereinigten Staaten schweren Schaden zugefügt hätte. Die Eskalation nahm ihren Fortgang: Im Februar 1964 standen 16 500 Amerikaner in Vietnam.

Dabei war der Innenpolitiker Lyndon B. Johnson zu Beginn seiner Amtszeit noch weniger an dem fernöstlichen Krieg interessiert als sein Vorgänger John F. Kennedy. Denn Johnson hatte nur ein knappes Jahr bis zu den Präsidentschaftswahlen von 1964. Weder Rückzug noch Ausweitung des Krieges lagen in dieser Situation in seinem Interesse; beides konnte ihn die Präsidentschaft kosten. Und als er im Frühjahr 1964 Amerikas Sieger auf dem pazifischen Kriegsschauplatz, General Douglas MacArthur, kurz vor dessen Tod im Walter-Reed-Hospital besuchte, da flüsterte der sterbende Feldherr seinem Präsidenten zu: »Mein Sohn, laß dich nie auf einen Landkrieg in Asien ein!« ("Son, don't ever get yourself bogged down in a land war in Asia.")

Allein, wie Eisenhower durch Verkündung der Domino-Doktrin und Kennedy durch sein. Wiener Trauma die Vietnam-Eskalation Amerikas entscheidend beeinflußten, so führte die Geschichte auch Lyndon B. Johnson unvermutet an einen Kreuzweg, an dem er sich entscheiden mußte - und an dem er sich wie seine Vorgänger für das verstärkte Engagement auf der asiatischen Halbinsel entschied.

Am 2. August 1964 griffen drei nordvietnamesische Patrouillenboote den auf hoher See kreuzenden amerikanischen Zerstörer »Maddox« an. Zwei Tage später wurden erneut Torpedos gegen die »Maddox« und einen weiteren US-Zerstörer abgefeuert.

Da schlug Lyndon B. Johnson zurück. Am 5. August zerstörten 64 US-Bomber der 7. Flotte in einem, einmaligen Vergeltungsschlag vier Torpedoboothäfen an der nordvietnamesischen Küste sowie ein Öllager. Zum erstenmal wurde der Krieg über den 17. Breitengrad hinaus ins Hinterland des Feindes getragen. Die Eskalation hatte eine neue Stufe erreicht.

Zwei Tage später verabschiedete der amerikanische Senat mit 88 gegen zwei Stimmen eine Resolution, die den Präsidenten ermächtigt, »alle erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um einen bewaffneten Angriff gegen die Streitkräfte der Vereinigten Staaten zurückzuschlagen und weitere Aggressionen zu verhindern« - eine Blankovollmacht, die zum erstenmal in der Geschichte der USA einen Präsidenten ermächtigt, ohne Kriegserklärung des Kongresses Krieg gegen eine fremde Macht zu führen, und die noch heute Grundlage der Kriegführung Johnsons ist.

Nur zwei Senatoren stimmten damals gegen die Resolution: der Demokrat Wayne Morse ("Ich werde keiner vordatierten Kriegserklärung zustimmen") und sein Parteifreund Ernest Gruening ("Ganz Vietnam ist nicht das Leben eines einzigen amerikanischen Jungen wert").

Innenpolitisch erwies sich Johnsons Entscheidung drei Monate vor der Wahl als richtig. Vor dem Vergeltungsschlag gegen Nordvietnam waren nur 42 Prozent der Amerikaner mit der Vietnam -Politik ihrer Regierung zufrieden gewesen, jetzt schnellte ihre Zahl auf 72 Prozent. Auch der republikanische Präsidentschaftskandidat Barry Goldwater, und der Vorsitzende des Außenpolitischen Senatsausschusses, William Fulbright, billigten die Blankovollmacht für den Präsidenten.

Aber außenpolitisch wurden die Vereinigten Staaten immer tiefer in den Strudel eines Mahlstroms gesogen.

In dem Augenblick, da die amerikanische Regierung die Eskalation in eine neue gefährliche Höhe schraubte, war die innenpolitische Situation in Südvietnam selbst so verzweifelt wie nie zuvor. Der Staat stand morsch und mürbe vor dem Zusammenbruch. Feigheit, Faulheit und Korruption hatten die südvietnamesische Verwaltung und die Armee wie Fäulnis angefressen. Fast jede militärische Operation versickerte im Morast des Defätismus eines kriegsmüden Volkes, wurde an die Vietcong verraten oder verfing sich im Dschungel der Bestechlichkeit.

Im Präsidenten-Palais von Saigon drehte sich nach der Ermordung Diems das Karussell - um Regierungswechsel, Putsch und Machtablösung in ständig schnellerem Wirbel. Amerika hatte es übernommen, ein Volk zu verteidigen, das selbst keinen Willen und keine Kraft zur Verteidigung mehr besaß.

In weiten Landstrichen Südvietnams herrschte der kommunistische Vietcong; die Truppen der Regierung und die Amerikaner hielten nur noch Inseln in einem roten Meer.

Nun waren es die Erfolge des Vietcong, die Amerika auf eine neue Stufe der Eskalation trieben. Am 7. Februar 1965, einen Monat nach Amtsantritt des neugewählten Präsidenten Johnson und zu Beginn des vietnamesischen »Jahres der Schlange«, überrannten Vietcong den US-Stützpunkt Pleiku; acht Amerikaner wurden getötet, 126 verwundet.

Monatelang hatte Präsident Johnson dem Drängen der starken Männer seiner Regierung - Rusk, McNamara, Taylor und McGeorge Bundy - widerstanden, den Krieg ins nordvietnamesische Hinterland zu tragen. Jetzt zürnte er: »Ich habe lange genug gewartet. Jetzt habe ich genug. Wenn wir das durchgehen lassen, würde das gewaltigen Mißverständnissen Tür und Tor öffnen.«

Schon wenige Stunden nach dem Pleiku-Überfall befahl der Präsident Luftangriffe auf Nordvietnam. Diesmal war es keine einmalige Aktion. Bis heute haben amerikanische Bomber über 20 000 Einsätze gegen den Staat Ho Tschi-minhs geflogen und nur die nordvietnamesische Metropole Hanoi und das dichtbevölkerte Mündungsgebiet des Roten Flusses bei ihren Angriffen ausgespart. Zweck der Angriffe war, die jenseits der Grenze sitzenden Feldherrn des südvietnamesischen Bürgerkriegs verhandlungsbereit zu bomben.

Als sich das »Jahr der Schlange« dem Ende näherte, standen 185 000 Amerikaner in Südvietnam. Präsident Johnson führte nicht länger den Krieg, den er von Kennedy und Eisenhower geerbt hatte. Einst hatten die Südvietnamesen versucht, mit amerikanischer Hilfe eine Rebellion zu unterdrücken. Jetzt war daraus ein Krieg geworden, den die Amerikaner mit Hilfe der Südvietnamesen führten.

Dieser massive Einsatz amerikanischer Macht blieb naturgemäß nicht ohne Folgen. Die politische Lage in Saigon stabilisierte sich ein wenig, Luftwaffenchef Ky, in schwarzer Pilotenmontur mit seidenem Halstuch, übernahm die Macht. Selbst in der Regenzeit des Jahres 1965, in der Amerikas Bomber nur bedingt in die Kämpfe eingreifen konnten, gelang den Vietcong nicht der entscheidende Durchbruch; nach Beendigung der Monsun-Zeit begann eine neue Offensive südvietnamesischer und amerikanischer

Truppen. Der Vietcong wurde derart angeschlagen, daß in immer stärkerem Maße aus Nordvietnam eingeschleuste reguläre Truppen Ho Tschi-minhs den Krieg führen mußten.

Aber wie bedeutend die amerikanischen Erfolge auch sein mochten - der Feind entzog sich jeder Entscheidungsschlacht, er war weder aufzuspüren noch zu fassen noch zu schlagen, und es gab weder eine feste Front noch ein erreichbares Kriegsziel. Die Eskalation hatte Amerika in einen aussichtslosen Konflikt geführt: Sie konnte nur beendet werden, wenn der Feind zu Verhandlungen bereit war. Aber die Bomben auf Nordvietnam erreichten dieses Ziel nicht.

In dieser Situation entstand Präsident Johnson im Jahre 1965 dort ein neuer Gegner, wo er ihn am wenigsten vermutet hatte und der Ihm am gefährlichsten erscheinen mußte: eine Opposition an der Heimatfront.

Im April vergangenen Jahres protestierten 15 000 Studenten mit Tausenden von Plakaten ("Stoppt das Bomben«; »Ich will nicht in Vietnam kämpfen") vor dem Weißen Haus in Washington. Es war die größte Demonstration, die bis dahin in Amerika gegen die Außenpolitik der eigenen Regierung stattgefunden hatte. Und als der Präsident Ostern letzten Jahres von seiner Ranch in Texas zum Gottesdienst fahren wollte, mußte er einen Feldweg wählen, um Hunderten studentischer Demonstranten zu entgehen.

Neben den studentischen Protesten entstand im Frühjahr vergangenen Jahres eine neue Art der Diskussion - die sogenannten Teach-ins, auf denen Professoren und Studenten in Tag- und Nachtschicht über die Vietnam-Politik der Regierung debattierten. Das größte Teach-in fand im Sheraton-Park-Hotel in Washington statt: Mehr als 3500 Professoren und Studenten von 75 Universitäten tagten fast 24 Stunden im Ballsaal des Hotels. Über Rundfunk und Fernsehen wurde die Debatte in über hundert Universitäten übertragen.

Nach einigen Wochen gerieten die Teach-ins durch das massierte Auftreten von Gammlern und Beatniks mit Pilzköpfen und Milchbärten alsbald Ins Zwielicht. Die Kriegsgegner wurden bald Vietniks oder Quitniks getauft, weil sie den Krieg quittieren wollten; ihr Parteiabzeichen: eine Anstecknadel mit der Inschrift »Make love, not war« für einen Dollar. Meinungsforschungsinstitute ermittelten, daß die Mehrheit der Amerikaner diese Demonstrationen für eine schlechte Sache« (Lyndon Johnson) hielt.

Die Teach-in-Periode erwies sich als kurzlebig wie einst die Hula-Hoop -Epidemie. Bald versickerte die akademische Diskussion; an ihre Stelle traten wieder robustere Demonstrationen. Im Oktober letzten Jahres, als weitere 45 224 Einberufungsbefehle verschickt und die ersten Verlustlisten mit Namen von Wehrpflichtigen veröffentlicht wurden, zogen 100 000 Demonstranten durch die Straßen Washingtons und anderer Städte. Sie hatten sich martialisch kostümiert, mit Tomatenketchup eingeschmiert, der Blut symbolisieren sollte, und einige verbrannten öffentlich Einberufungsbefehle.

Teach-ins und Verbrennungen von

Einberufungsbescheiden konnte die Regierung Johnson ohne Schaden überstehen. Beides aber waren nur Vorboten einer größeren Auseinandersetzung, die nun in diesem Jahr angebrochen ist und deren Gefährlichkeit Präsident Johnson mit dem Instinkt eines professionellen Politikers Wochen voraus gewittert hat: Im amerikanischen Establishment, in der politischen, wirtschaftlichen und intellektuellen Führungsschicht Amerikas, entbrannte der Streit um .Rückzug aus Vietnam oder Fortsetzung des Krieges mit noch größerem Einsatz. Die Elite teilte sich in harte »Falken« und milde »Tauben«.

In dieser Situation entschloß sich Johnson, gegen den Rat Dean Rusks,

Im letzten Dezember zu einer umfassenden Friedensoffensive. Am Heiligabend stoppte er die Luftangriffe gegen Nordvietnam. Drei Tage später startete Vizepräsident Humphrey als erster von sechs Jet-Diplomaten zu einer Friedens-Mission.

Insgesamt suchten Düsen-Friedensboten 32 Länder heim. Die Jet-Offensive endete am 17. Januar mit der Rückkehr Harrimans. Das Ergebnis war für den Frieden genauso negativ wie ein voraufgegangener kleiner Versuch Präsident Johnsons im Mai, als er die Luftangriffe für fünf Tage unterbrochen und den Uno-Generalsekretär U Thant um Vermittlung gebeten hatte: Hanoi war nur unter einer Bedingung zu Verhandlungen bereit, die für die Weltmacht USA unannehmbar war: Abzug aller amerikanischen Truppen.

Für die Stellung Amerikas in der Welt und die Position Johnsons im inneramerikanischen Konflikt aber erwies sich die Friedensoffensive als Gewinn. Die neutrale Welt wurde trotz des showartigen Charakters der Jet-Diplomatie von Johnsons Friedenswillen überzeugt. Und in Amerika hatte der Präsident Pluspunkte gesammelt, noch ehe Senator William Fulbright in seinem Außenpolitischen Ausschuß die Kriegspolitik der Regierung öffentlich untersuchen konnte.

Am 31. Januar, nach 37 Tagen Bombenstopp, gab Johnson den Befehl zur Wiederaufnahme der Luftangriffe auf Nordvietnam. Wenige Tage später traf er sich mit dem südvietnamesischen Machthaber Ky in Honolulu. Er versprach Südvietnam ein noch stärkeres militärisches Engagement Amerikas und eine Kopie seiner »Großen Gesellschaft«. Unterdessen wurden auf dem Capitolshügel in Washington die Fernsehkameras zur größten Debatte über Krieg und Frieden aufgebaut, die je in einer kämpfenden Nation ausgetragen worden ist - Senator Fulbrights Hearing.

Der US-Senat - Amerikas exklusivster Klub mit 100 Mitgliedern aus 50 Bundesstaaten, die je rund 30 000 Dollar im Jahr an Diäten erhalten und auf Staatskosten bis zu 15 Mitarbeiter beschäftigen können - war damit zum Zentrum des Widerstandes gegen Johnsons Kriegführung in Vietnam geworden.

Die Mehrheit der Senatoren beider Parteien hießen Fulbrights Hearings gut:

- Als das politische Gewissen der Nation fühlt sich der Senat verpflichtet, die Ursachen für die Fehlschläge der Vietnam-Politik zu erforschen und nach einem Ausweg zu suchen.

- Als wichtigste gesetzgebende Körperschaft der Nation hat der Senat das Gefühl, daß der Präsident sich als Chef der Exekutive zu große Vollmachten angeeignet hat.

Der Kongreß sieht sein - neben den Haushaltsbewilligungen - höchstes Recht in Gefahr: einen Krieg zu erklären. Die Mehrheit der Senatoren jedenfalls vertritt den Standpunkt, daß das amerikanische Engagement in Vietnam einem Kriegszustand gleichkommt; der Präsident führt einen Krieg ohne Kriegserklärung.

Die bisher noch unentschiedene Debatte war gewiß das großartigste Schauspiel praktischer Demokratie seit Ende des Zweiten Weltkriegs. Nie zuvor hat eine Nation der modernen Geschichte im quasi Kriegszustand so rückhaltlos offen und so tiefgehend die Frage von

Krieg oder Frieden parlamentarisch diskutiert.

Und dennoch mag dieser Beweis für die gesunde Stärke der amerikanischen Gesellschaft das gegnerische Lager genau vom Gegenteil überzeugen: Die nicht verhandlungsbereiten Herrscher in Peking und Hanoi könnten durch die große Debatte noch weniger verhandlungsbereit werden denn je, weil sie Stärke als Schwäche auslegen und an das Trugbild einer zerbröckelten amerikanischen Heimatfront glauben.

In den Hearings selbst wurde diese Gefahr angesprochen. General Maxwell Taylor erinnerte die Senatoren warnend daran, daß die Vietcong ihren Aufstand gegen die Franzosen einst »mehr in Paris als in Dien-Bien-Phu« gewonnen hätten.

Ärgerlich entgegnete Senator Wayne Morse: »Wir führen jetzt in diesem Land eine historische Debatte, und es gibt ehrenhafte Meinungsverschiedenheiten. Nach meiner Ansicht wird es nicht sehr lange dauern, bis das amerikanische Volk unseren Krieg in Südostasien ablehnt.

TAYLOR: Das sind natürlich gute Nachrichten für Hanoi.

MORSE: Ich kenne diesen Schmutz, mit dem Militaristen alle jene bewerfen, die ehrenhafte Meinungsverschiedenheiten mit ihnen haben. Aber, Herr General, ich will mit Ihnen nicht in die Gosse steigen und mich auf einen solchen Streit einlassen. Ich stelle nur fest, daß der Präsident wegen dieses Krieges in Südostasien die Stimmen von Millionen Amerikanern verliert.«

In dem hitzigen Wortwechsel zwischen Senator und General war damit erstmalig jenes Motiv angeschlagen, das Präsident Johnson während der großen Debatte im Capitol vielleicht am allerstärksten bewegt: die Rückwirkungen auf die Wähler.

Mit der gleichen Intensität, mit der Johnson täglich die Verlustlisten studiert, läßt er, durch mehrere Umfrageinstitute täglich die Schwankungen der öffentlichen Meinung registrieren.

Denn im November wird in den USA der größte Teil des Kongresses neu gewählt: das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des mächtigen Senats. Die bisherige demokratische Mehrheit ist in Gefahr.

Der Präsident hat aber nicht nur die Wahlen vom kommenden November im Auge, sondern auch die von 1968. Dann bestimmt das Volk den nächsten Präsidenten Amerikas. Und wie ein Menetekel schwebt Johnson der Ausgang eines anderen Präsidentschafts-Wahlkampfes vor, der durch ein militärisches Engagement Amerikas in Asien entschieden wurde. Im Korea-Krieg, der die USA 54 000 Tote kostete, vertrieb der republikanische Kandidat Eisenhower die Demokraten aus dem Weißen Haus mit der Friedensparole: »Holt die Jungens, nach Hause« ("Bring the boys home").

Lyndon B. Johnson, der sein Lebensalter, nicht nach Jahren, sondern nach Wahlen zu berechnen pflegt, ist entschlossen zu verhindern, daß sich die Geschichte in diesem Punkte wiederholt. Von seiner Analyse, wie er den Krieg in Vietnam bis 1968 am ehesten beenden oder am erfolgreichsten führen kann, wird es daher entscheidend abhängen, ob der Präsident der Vereinigten Staaten dem Flug der Tauben oder der Falken folgt.

* Die mit dem Nachlaß des englischen Politikers und Rhodesien-Gründers Cecit Rhodes 1902 ins Leben gerufene »Rhodes Scholarships« zahlt nach einem bestimmten Länder-Schlüssel Stipendien von Jeweils knapp 8000 Mark jährlich an begabte außer-englische Studenten.

Vietnam-Kriegsherr Johnson*

Nie hat eine größere Macht . . .

... gegen einen kleineren Gegner einen vergeblicheren Kampf geführt: US-Soldaten in Vietnam, gefallene Amerikaner

Demonstranten in Washington: Die Vision einer Großen Gesellschaft versinkt im Morast des Dschungels

Johnson-Kritiker Fulbright, Senats-Hearing: Konkurrenz für Peyton Place

»Tauben« Gavin, Kennan im Verhör: Rückzug auf Enklaven

»Falken« Taylor, Rusk im Verhör: Napalm auf den Norden

US-Ausbilder in Vietnam (1954). Erst Berater ...

US-Zeltlager in Vietnam (1965)

... dann Truppen ...

... dann Bomben: Gefangener US-Pilot in Nordvietnam (1965)

Männlicher Quitnik

Auf der Fahrt zum Gottesdienst ...

Weiblicher Quitnik

... mußte der Präsident ...

... einen Feldweg wählen: US-Demonstranten mit Vietcong-Fahne

New York Herald Tribune

Wettkampf der Strategen

* Im Hintergrund eine Büste von Abraham Lincoln ...

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