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ECUADOR Tunnel wie einst in Vietnam

aus DER SPIEGEL 39/2001

Die Zufallsentdeckung eines kolumbianischen Guerrilla-Camps auf ecuadorianischem Gebiet bestätigt - der Koka-Krieg weitet sich aus. Das Lager an einem Seitenarm des Grenzflusses San Miguel überraschte die Militärs sowohl durch Größe wie Ausstattung: Für rund 300 Kämpfer angelegt, verfügte es über ausreichend Proviant sowie ein ausgedehntes Tunnelsystem, das einen Offizier an jene erinnerte, die die Vietcong einst gegen den US-Militärapparat nutzten. Offenbar bereitet sich die Farc-Guerrilla auf den Ernstfall vor - sie befürchtet, dass die kolumbianische Regierung auf Druck der USA und der eigenen Öffentlichkeit jene demilitarisierte Zone kassiert, die Bogotá im Rahmen der Friedensgespräche eingeräumt hatte. Trotz militärischen Drucks und massiven Chemikalien-Einsatzes ist der »Plan Colombia« zur Großoffensive gegen den Drogenhandel weiterhin ein Desaster: Seit Mitte der neunziger Jahre ist die Produktion von Koka nach Schätzungen des US-Außenministeriums um 250 Prozent gestiegen. Nicht nur das: Mittlerweile stammt die Hälfte des in den USA beschlagnahmten Heroins aus Kolumbien.

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