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TV-Rückblick

aus DER SPIEGEL 12/2007

Menschen bei Maischberger

Dienstag, ARD

Wie gut es einem Gespräch tut, wenn die Beteiligten sich für ihr Thema interessieren und einander zuhören, das zeigte Friedrich Nowottny in Vertretung von Sandra Maischberger. Fünf Polit-Profis konfrontierte der alte Grande vom »Bericht aus Bonn« mit der leider unverwüstlichen Frage: »Politik regiert, Volk frustriert?« Was »Stern«-Vize Hans-Ulrich Jörges prompt als »überholt« abstempelte. Der CSU-Rebellin Gabriele Pauli, die ihren angekündigten Abschied vom Landratsamt als Bewerbung für »gerne auch höhere Ämter« verkaufte, rief Jörges, der die Runde wohl noch lieber selbst geleitet hätte, enttäuscht hinterher, sie sei als direkt gewählte Politikerin eigentlich »die Zukunft«. Die saß auch in Gestalt des 28-jährigen parteilosen Bürgermeisters Christoph Meineke in der Runde, die sonst mit CDU-Senior Bernhard Vogel und SPD-Ex Heide Simonis eine Tendenz zum Ehemaligentreffen zeigte. Das schadete in diesem Fall allerdings nicht: Wer, wie Nowottny, auch ohne Zettelkasten eben mal durch die deutsche Nachkriegsgeschichte wirbeln kann, beweist, dass unterhaltsame Information weder vom Alter noch vom Geschlecht abhängt. Von Erich Böhme muss der Talkshow-Novize nur noch lernen, wie man charmant unterbricht.

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