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TV-Rückblick

aus DER SPIEGEL 6/2007

37°: Schule und dann nix

30. Januar, ZDF

Das Überzeugende an dieser Reportagereihe ist die Abwesenheit von ideologischen Scheuklappen. Dominique Klughammer erzählte drei Geschichten aus der wirklich harten Welt der Jobsuche. Chanel, die 15-jährige Hauptschulabsolventin ungarischer Abstammung, strahlte äußerlich Attraktivität aus, aber in ihr drinnen sah es ganz anders aus: Dass Hauptschüler so gut wie keine Chance auf Ausbildung haben, war ihr vom ersten Moment an bewusst. Trotzdem ließ sie sich nicht entmutigen. Die frisch ausgebildete Kauffrau Henriette, 21, aus Chemnitz sah der Zuschauer in einem bitteren Moment. Sie wurde von ihrer Ausbildungsfirma nicht übernommen und empfing ihre Papiere. Hans-Peter, 30, der promovierte Jurist mit Auslandserfahrung, begann seinen Bewerbungsparcours und ahnte nicht, wie mühsam der Ritt von einer Absage zur nächsten werden würde. Der Film sparte die bitteren Momente nicht aus und zeigte junge Menschen, die sich innerlich nur schwer gegen ihre Entwertung als abgelehnte Bewerber wehren konnten. Und dann kam es doch noch, das kleine Wunder. Die anrührend heimattreue Sächsin fand einen Job als Telefonistin; die Hauptschulabsolventin bekam einen Ausbildungsplatz bei der Telekom, weil sie beim Handy-Verkaufstest glänzte; und auch der Jurist überzeugte nach über 80 vergeblichen Bewerbungen eine Kanzlei. Vielleicht half bei diesen Erfolgen die begleitende Kamera mit. Chanel, Henriette und Hans-Peter darf das egal sein.

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