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aus DER SPIEGEL 19/2007

Alma ermittelt - Tango und Tod

Montag, 20.15 Uhr, ZDF

Die österreichische Schauspielerin Christiane Hörbiger überzeugte als vornehme Richterin ("Julia - eine ungewöhnliche Frau"), sittenstrenge Almbäuerin und zu späten Orgasmusfreuden gelangende Witwe. In dieser Komödie (Regie: René Heisig) versucht sie sich im Krimi-Fach. Als Rentnerin gibt sie die Amateurdetektivin, die der Profikollegin (Katharina Böhm) das Leben zunächst nicht leichter macht. Das Konzept funktioniert aber nicht. Die Geschichte plätschert ohne zündende Einfälle vor sich hin. Und Hörbiger ist eine viel zu brave und offenherzige Schauspielerin, um List und einen Hauch Verschlagenheit glaubhaft darzustellen, die es für die Rolle bräuchte.

Agnes und seine Brüder

Dienstag, 22.40 Uhr, Arte

Zum ersten Mal im Fernsehen: Oskar Roehlers Kinofilm (2004) über drei ungleiche Brüder. Werner (Herbert Knaup) wirkt wie ein Manager, ist aber Politiker bei den Grünen. Er kämpft für das Dosenpfand, trennt freilich selbst nicht den Hausmüll, was ihm seine Frau (Katja Riemann) vorwirft. Hans-Jörg (Moritz Bleibtreu) ist ein verklemmter Bibliothekar, der Frauen auf dem Damenklo beobachtet. Der jüngste Bruder ist Agnes (Martin Weiß), eine transsexuelle Tänzerin. Dazu gibt es den Vater (Vadim Glowna), der auf seine alten Tage homosexuell geworden ist. Sie alle suchen nach dem kleinen Glück in Beziehung und Familie, was ernst, komisch und zugleich traurig ist.

Nichts ist vergessen

Mittwoch, 20.15 Uhr, ARD

Welch ein Alptraum. Die kleine Tochter der Familie Wagner ist vor zehn Jahren ermordet worden. Nun kehrt der Mörder (Volker Bruch) in das Dorf zurück, wo die Wagners wohnen. Den Vater (Jörg Schüttauf) und die Mutter (Inka Friedrich) treibt das fast in den Wahnsinn. Die alten Wunden brechen auf, zumal der Täter von einst die Eltern um Verzeihung bitten will. Rechtlich ist gegen den Eindringling kaum etwas zu machen, ein pensionsreifer Polizeikommissar (Peter Franke) kann wenig ausrichten. Nils Willbrandt (Buch und Regie) inszeniert die Heimsuchung der Eltern mit kalkulierter Langsamkeit und macht so spürbar, zu welcher Qual der Wunsch nach Vergebung wird, wenn das Trauma noch nicht verheilt ist. Schüttauf spielt glänzend. Man spürt, dass seine Kunst bis an die Grenze des psychisch Aushaltbaren geht.

Polizeiruf 110: Tod in der Bank

Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Wer da wie genau Gelder aus der Bank in dunkle Kanäle geleitet hat, haben am Ende hoffentlich die Kommissare Schmücke (Jaecki Schwarz) und Schneider (Wolfgang Winkler) begriffen. Jedenfalls sind sie im Schlussbild aufgeräumt wie zu Anfang. Der Zuschauer, der alles nicht bis ins Letzte durchschaut, darf beruhigt sein. Ansonsten werden in diesem MDR-Krimi (Buch: Hans-Werner Honert, Regie: Dirk Regel) reichlich Schlüssel zu Bankfächern gedreht und wird über Sicherheitstechniken philosophiert. Eine weitere Lehre aus diesem gemächlichen »Polizeiruf": Dübeln will gekonnt sein, sonst leiden die Tassen im fallenden Schrank.

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