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TV-Vorschau

aus DER SPIEGEL 1/2003

Johanna von Orléans

Mittwoch, 20.15 Uhr, Sat.1

Die Jungfrau von Orléans, mysteriös, attraktiv und charismatisch, überrascht immer mal wieder als Leinwand-Erscheinung. Was, so fragten sich 1999 die Fans in aller Welt, würde Luc Besson, der brillante Kraftmeier des neueren französischen Kinos, aus der kindlichen Träumerin Jeanne machen? Ihr hatten Engelsstimmen vom Himmel herab zugerufen: Zieh in den Krieg! Befreie Frankreich! Kröne den König! Dass sich Bessons Johanna auf Anhieb als schönes androgynes Action-Girl mit Hauund-Stech-Power erweist - die Titelrolle spielt Milla Jovovich -, ist kaum überraschend und die rein spektakelmäßige Ausbeute der Schinderei, in der ersten Filmhälfte, von imposanter Expressivität. Doch was ans Herz rühren sollte, löst sich in ekstatische Bilder auf: ein zweieinhalbstündiger Videoclip zu der bombastischen Partitur von Eric Serra. Immerhin hat Hauptdarstellerin Jovovich am Neujahrsabend noch einen weiteren Auftritt im deutschen Fernsehen: In der TV-Premiere von Wim Wenders' »The Million Dollar Hotel« spielt sie einen Hotelgast - mysteriös, attraktiv und charismatisch (ARD, 23.20 Uhr).

Schwestern im Leben

Freitag, 23.05 Uhr, Arte

Sie avancierten mit Regisseur Ingmar Bergman zu den berühmtesten Film- und Theaterschauspielerinnen Skandinaviens - die Schwedin Bibi Andersson, die Norwegerin Liv Ullmann und die Dänin Ghita Nørby. Sie kennen und mögen sich seit Jahren, und so kam der Autor Wilfried Hauke auf die Idee, die drei älteren Damen in ein Haus ans Meer zu bitten, um dort vor der Kamera Bilanz zu ziehen. Dort sitzen sie denn im schönsten Nordlicht und plaudern über die Sorgen und Freuden des Daseins, über die Last des Älterwerdens, über Männer, die nicht hielten, was sie versprachen, über rigide Erziehung, verbotene Sexabenteuer in der Jugend, über die Filmarbeit und die großen Erfolge. Rückblenden zeigen die außergewöhnliche Schönheit und Begabung aller drei Darstellerinnen in so bedeutenden Filmen wie »Wilde Erdbeeren« oder »Szenen einer Ehe«. Leider langweilt der Rest: Mal fröhlich, mal sentimental, aber oft banal kommt das immer konfuser werdende Geplauder daher. Die drei Damen ergehen sich in Andeutungen, wer wann für den Altmeister Bergman die wichtigste Muse war. Deutlich wird auch Distanz zu Bergman. Sie hätte in seinen Filmen, sagt Liv Ullmann, nichts weiter als seine Ängste und Neurosen dargestellt.

Riviera: Monaco - Der Grimaldikonzern

Samstag, 18.00 Uhr, ZDF

Stars, Strände und 250 Sonnentage im Jahr: Wer kann da widerstehen? Das ZDF im trüben Mainz jedenfalls nicht, es widmet der Riviera eine vierteilige Dokumentation. Erste Station auf der Landkarte der mondänsten Küstenorte ist das Casino-Fürstentum Monaco. Dessen lebende Prominenz - Fürst Rainier und seine Sorgenkinder - erscheint allerdings nur bedingt vorzeigbar. Deshalb müssen ein ums andere Mal die junge Grace Kelly und das Society-Vorzeigepaar Aristoteles Onassis und Maria Callas aus dem Filmarchiv wiederauferstehen (Regie: Lutz Hachmeister). Tragisch bis komisch wirkt das Leben im Feudalstaat, und auch wenn der Mythos von den Reichen und Schönen ein wenig angestaubt erscheint, unterhaltsam ist er allemal. Am Sonntag in einer Woche folgt auf der Riviera-Route San Remo mit seinem legendären Schlagerfestival und dem Ohrwurm »Quando, quando, quando« - um 22.55 Uhr.

Tatort: Romeo und Julia

Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Gott, wie düster: eine deutsch-italienische Liebe ohne Chance, ein brutaler Bruder, überanstrengte Polizei (Ulrike Folkerts, Andreas Hoppe), und Ludwigshafen ähnelt Italien: alles Müll. Ein »Tatort« (Regie: Nicole Weegmann, Buch: Harald Göckeritz) als Zuschauervergrämungsübung.

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