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aus DER SPIEGEL 5/2002

Die Tochter des Kommissars

und

Ich bring dich hinter Gitter

Montag, 20.15 Uhr, ZDF

Dienstag, 20.15 Uhr, Sat.1

Den vor Liebe glühenden Goethe? Bekommt er gut hin. Den trotteligen Familienvorstand, der seinen Urlaub im Keller verbringt? Auch. Aber zu großer Form läuft Herbert Knaup, 45, immer dann auf, wenn er desillusionierte Charaktere spielt, die letzte Charme- oder Brutalitätsreserven mobilisieren müssen, um zu überleben. Diese Woche brilliert Knaup gleich zweimal: In »Die Tochter des Kommissars« (Regie: Christine Hartmann, Buch: Peter Petersen) versucht er als Drogenfahnder seine Tochter von ihrer Sucht zu befreien - und versorgt sie persönlich mit Pillen. In »Ich bring dich hinter Gitter« (Regie: Daniel Helfer, Buch: Michael Illner) bekämpft er als Pathologe einen angeblichen Mädchenmörder, der hinter seiner Tochter her sein soll - und fälscht vor Gericht entscheidende Beweise. Außer durch Hauptdarsteller Knaup, der stets das Gute will und das Böse schafft, überzeugen beide Filme durch konzentrierte Erzählweise und kraftvolle Bilder; der Knaup von Sat.1 aber besitzt den gerisseneren Humor.

Bobby

Mittwoch, 20.15 Uhr, ARD

Bobby leidet am Down-Syndrom. Als seine Mutter stirbt, kämpft Bobbys schwuler Bruder um das Sorgerecht für den Behinderten. Vivian Naefe (Regie) und Gabriela Sperl (Drehbuch) nutzen die wahre Geschichte des Hauptdarstellers Bobby Brederlow, 40, für eine Orgie von Betroffenheitskitsch. Schlimmste Szene: Veronica Ferres singt bei der Beerdigung von Bobbys Mutter »Amazing Grace«.

»Doris hat gesagt ...«

Mittwoch, 22.15 Uhr, WDR

Zu Beginn ihrer Ehe mit Gerhard Schröder dominierten noch Ironie und Häme in der Berichterstattung über die dünne blonde Frau, die kaum »Pieps« zu sagen schien; mittlerweile hat sich die gelernte Journalistin Doris Schröder-Köpf, 38, den Ruf einer selbstbewussten Beraterin ihres Mannes erarbeitet. Der Dokumentarfilm von Heinz Suhr, nach ARD-internen Querelen vorerst nur im Dritten Programm in der Reihe »Menschen hautnah"zu sehen, vermittelt ein überwiegend wohlwollendes Bild des First Couple der so genannten neuen Mitte: Schröder-Köpf wirkt darin wie eine der Frauen aus den Großstadtkomödien des amerikanischen Fernsehens, in denen weibliche Thirtysomethings tapfer und zuweilen etwas angestrengt ihren turbulenten Alltag meistern - zwischen Hemdenbügeln und Glamourauftritt, Kinderpo und Karrieresprung. Ihrem Ehemann ist sie eine »unglaubliche Stütze«, so Schröder im Film, die ganz sensibel wisse, »wann man in Ruhe gelassen werden muss und wann man ein bisschen freundliche Zuwendung braucht«. Da schaut die Doris dann doch ein bisschen angespannt.

Der große Preis

Donnerstag, 20.15 Uhr, ZDF

Alle paar Jahre holt das ZDF den Quizklassiker aus dem Fernsehmuseum, entstaubt die einst futuristischen Kugelkabinen und reanimiert die Multivisionswand ebenso wie die Zeichentricktiere Wum und Wendelin. Nach den Wim-Thoelke-Erben Hans Joachim Kulenkampff und Carolin Reiber steigt nun der 28-jährige Boulevard-Profi Marco Schreyl ("Hallo Deutschland") in die TV-Wiederaufbereitungsanlage. Die Konkurrenz von Kabel 1 zeigt übrigens parallel den anderen Quizklassiker aus der guten alten Fernsehzeit: »Was bin ich?«

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