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TV-Vorschau

aus DER SPIEGEL 37/2006

Der Osten möbelt auf

Ab Montag, 20.15 Uhr, Arte

Nicht zum ersten Mal darf die Fernsehnation die Errichtung einer neuen Ikea-Filiale miterleben. Die fünfteilige Doku-Serie von Jeanette Eggert und Uli Gaulke zeigt die Entstehung des 18 000 Quadratmeter großen Möbelhauses in Erfurt allerdings aus mehreren Perspektiven: aus der Sicht der Projektleitung, der Mitarbeiter und der Bewerber um einen Arbeitsplatz. Neun Monate lang begleiteten die Autoren Baumeister, Imbissbesitzer und Planer vom Baubeginn über die Mitarbeiterauswahl bis hin zur Eröffnung. Gewürzt mit reichlich Songs von Abba bis zu »Spiel mir das Lied vom Tod«, gibt die Dokumentation einen unzynischen Einblick in den Entstehungsprozess. Manchmal allerdings zu detailverliebt. Welche Anzugmarke Einrichtungshauschef Jens bei der Grundsteinlegung trägt, interessiert nur Hardcore-Ikea-Elche.

Abschnitt 40

Donnerstag, 21.15 Uhr, RTL

Überraschend authentisch wirken die Episoden über den Alltag im Berliner Polizeibezirk »Abschnitt 40«, auch wenn sie nachgestellt sind. Mit 13 neuen Folgen geht die preisgekrönte Serie in die vierte Staffel und sammelt Sympathiepunkte für die wahren Helden der hektischen Großstadt. Brenzliger Auftakt: Die jungen Polizisten Ulf (Sebastian Bezzel) und Sebastian (Ole Puppe) müssen die Feier provokanter Neonazis gegen die Angriffe antifaschistischer Radikaler verteidigen. Die Situation eskaliert rasant, als ein Schwarzafrikaner das Lokal betritt. Spannend versetzt sich die Episode (Buch: Christoph Darnstädt, Regie: Florian Kern) in die Lage der Polizisten, die zerrieben werden zwischen Pflicht und Gesinnung.

Ein Fall für Zwei: Blutige Liebesgrüße

Freitag, 20.15 Uhr, ZDF

Seit 25 Jahren ist Privatdetektiv Josef Matula (Claus Theo Gärtner) da, wo das Unrecht am Dampfen ist. Auftraggeber Anwalt Lessing (Paul Frielinghaus) weiß, wie er Matula zum Schnüffeln bringt: »Josef, hab ich dich je um einen Gefallen gebeten?« Kleine Neuigkeit zur Jubiläumsfolge: Matula hat angeblich einen 23-jährigen Personenschützer, genannt Lanzelot, zum Sohn, das vermeintliche Ergebnis heißer WG-Nächte. Dieses Liebesfrüchtchen soll eine reiche Richtersgattin entführt haben. Es gab jede Menge Drohungen aus der rechten Szene. Schade, dass fast kein Klischee ausgelassen und das Finale bis zum Platzen aufgeblasen wird. Ausgleich gibt es nach Mitternacht: Mit drei alten Folgen gratuliert das ZDF seinem Quotenbringer, der seit 1981 im Schnitt sechs Millionen Zuschauer erreicht.

Sperling und der Fall Wachutka

Samstag, 20.15 Uhr, ZDF

Wie wenig er seinen Kollegen kannte, erfährt Hauptkommissar Hans Sperling (Dieter Pfaff) schmerzlich, als Wachutka (Achim Grubel) kurz vor der Pensionierung erschossen wird: Der oft unterschätzte Ermittler hatte ihn nicht nur anderen gegenüber als einzigen Freund bezeichnet, sondern war einem Mädchenhändlerring auf die Spur gekommen. Verbissen verstößt Dickkopf Sperling mit seinem Team gegen sämtliche Polizeiregeln, um Wachutkas Tod zu rächen. Ein spannender Fall (Buch und Regie: Thomas Jahn). Der Film nimmt mit geschickten Montagen Abschied von Schauspieler Grubel, der im vergangenen Jahr gestorben ist.

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