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TV-Vorschau

aus DER SPIEGEL 2/2003

Themenabend: Die Hanse - Das hanseatische Erbe

Dienstag, 20.45 Uhr, Arte

Die heute lebenden Hanseaten - nach landläufiger Vorstellung arrogante Schnösel im blauen Blazer mit Goldknöpfen. Susanne Brahms und Michaela H. Durée widerlegen in ihrer intelligenten Dokumentation solche Vorurteile. Sei es die Bremer Kaufmannsdynastie Melchers oder die Hamburger Reederfamilie Rickmers, Hanseaten-Clans sind noch heute umtriebige Leute, deren Mitglieder über die ganze Welt verstreut leben. In diesen Kreisen kennt man Aufstieg und Niedergang. Für Letzteren hat ein Vorfahre der Melchers eine unerschütterliche Regel aufgestellt: »Pleite gehen kann jeder. Aber nach der Pleite eine Zigarre rauchen, das ist nicht ordentlich.«

Doppelter Einsatz - Heiße Fracht

Mittwoch, 20.15 Uhr, RTL

RTL, der Sender, der sich am deutlichsten vom eigenproduzierten TV-Spiel verabschiedet hat, präsentiert im neuen Jahr vier Folgen seiner bewährten Krimireihe »Doppelter Einsatz« mit der burschikos-sensiblen Despina Pajanou und der energisch-vollbusigen Kommissarin Petra Kleinert. Die heutige Menschenschmuggel-Episode (Buch: Thorsten Näter, Rudolf Anders, Regie: Johannes Grieser) gefällt durch Verständlichkeit und Spannung. Vom Sadomaso-Lamento wäre wohl weniger mehr gewesen.

Klinik unter Palmen - Kuba

Donnerstag und Freitag, 20.15 Uhr, ARD

Zum letzten Mal wird unter Palmen geliebt, gelitten und gelegentlich auch geschnitten, sprich: operiert. Der Klinikalltag macht dem engagierten Personal keine besonderen Schwierigkeiten - schlimmer sind die Gefühlswirren, in die etwa Dr. Frank Hofmann (Klausjürgen Wussow) gerät, als er sich in die lebensfrohe Dorothea (Gaby Dohm) verliebt. Hofmann, gesundheitlich angeschlagen, schmeißt die Klinikleitung kurz entschlossen hin - Arbeit ist schließlich nicht alles. Der gewissenhafte Dr. Gómez (Harry Blank), sein Nachfolger, tut sich schwer mit der Liebe und mit seiner chaotischen Familie; sein Kollege, der smarte Dr. Ritter (Johannes Brandrup), hat dem zeugungsunfähigen Polizeichef Ramón Hörner aufgesetzt - dessen Frau Lisa erwartet ein Kind. Die Erfolgsschmonzette folgt unbeirrt der Prämisse: Nur die Liebe zählt. Wussow und Dohm meistern ihre Rollen routiniert bis gut, die anderen auch - von einigen Übertreibungen abgesehen. Ach, es könnte Proteste geben - Millionen werden diese Endlosoperation an offenen Herzen schmerzlich vermissen.

Die geheime Inquisition

Sonntag, 19.30 Uhr, ZDF

Vor fünf Jahren öffnete der Vatikan erstmals die geheimen Archive der Inquisition. Die Kirche musste damit rechnen, dass sie durch diesen Akt auch der phantasiehungrigen Maschine Fernsehen reichlich Stoff zur Gruselerzeugung überlassen würde. Die erste Episode dieses dreiteiligen Doku-Dramas von Jan Peter und Yury Winterberg, die sich mit der Epoche von Reformation und Gegenreformation beschäftigt, überrascht - trotz nachgestellter Szenen im Kerzenschein - durch relative Zurückhaltung. Die Kamera blickt dem Großinquisitor Giulio Antonio Santori (Sylvester Groth) über die Schulter und beobachtet ihn, der 40 Jahre gegen Ketzer und Reformation kämpfte, vor allem am Schreibtisch. Zwischendrin darf Joseph Kardinal Ratzinger, amtierender Präfekt der katholischen Glaubenskongregation, ziemlich ohne Anflüge von Reue für die Grausamkeiten der katholischen Kirche Stellung nehmen. Weitere Folgen an den nächsten Sonntagen.

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