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aus DER SPIEGEL 11/2008

Verrückt nach Emma

Montag, 20.15 Uhr, ZDF

Das Leben von Bewährungshelfer Franz Berger (Armin Rohde) ist außer Kontrolle. Die entlassenen Häftlinge spuren nicht, seine pubertierenden Kinder klauen. Gattin Marianne (Anica Dobra) fühlt sich vernachlässigt und beschließt, Berger zu verlassen. Dann taucht auch noch die aus dem Knast entlassene Emma (Anja Kling) auf und gibt Berger den Rest. Ob sie versehentlich seine Akten abfackelt, dem Bergerschen Sittich im Staubsauger den Garaus bereitet - Franz ist am Ende mit den Nerven. Doch wenn Emma mit den großen Augen klimpert, kann der Bewährungshelfer nicht lange grimmig bleiben. Trotz vieler Klischees ist der Film von Ulrich Zrenner recht ulkig.

Grenzenlose Liebe

Montag, 21.00 Uhr, ARD

Ein klassisches Thema: Was ist stärker, das Glück oder die Liebe, historische Umstände oder die Zuneigung zwischen zwei Menschen. Was Roland May in dieser nüchternen Dokumentation über die Eheleute Stachowitz, einen Tierarzt und eine Architektin, historisch rekonstruiert hat, stärkt die idealistische Position der Unzerstörbarkeit der Liebe. Als am 13. August die Mauer gebaut wird, verbringt die junge Frau eine Liebesauszeit bei ihrem in West-Berlin studierenden Ehemann, der gemeinsame Sohn ist bei den Großeltern im Osten untergebracht. Die Frau eilt nach den ersten Rundfunkmeldungen zu ihrem Kind, der West-Mann kann wegen der Grenzsperrung Frau und Kind nicht zu sich in den Westen holen. Es beginnt eine elfjährige Odyssee, bis die Familie ihr Ziel durchsetzen kann, gemeinsam im Westen zu leben. Dazwischen liegen ein verratener Fluchtplan, Haft und enttäuschte Ausreisepläne - das ganze deutsch-deutsche Elend. Und doch spürt der Zuschauer am Ende des Films keine Verbitterung bei den Menschen, denen politischer Wahnsinn große Teile ihrer Jugend nahm.

Späte Rache - Eine Familie wehrt sich

Dienstag, 20.15 Uhr, Sat.1

Plötzlich zerreißt das Tarnnetz, unter dem der Fahrlehrer Gernot (Jochen Horst) seine Vergangenheit als BKA-Zielfahnder vor seiner Frau (Susanna Simon) und den Kindern (Isolda Dychauk, Willi Gerk) zwölf Jahre versteckt hatte. Ein Drogengangster (Diego Wallraff) ist aus dem Gefängnis entlassen worden und stellt seinem einstigen Verfolger nach. Die Geschichte (Buch und Regie: Thorsten Näter) beginnt spannend, doch dann geht den Szenen die Luft aus.

Tatort: Tod einer Heuschrecke

Sonntag, 20.15 Uhr, ARD

Berliner Krimi jenseits von Currywurst und icke, dette und na sowatt. Die Hauptkommissare Ritter (Dominic Raacke) und Kollege Stark (Boris Aljinovic) ermitteln - schnieke in Schale - unter Wirtschaftsgrößen und breiten zunehmend lässiger ihr wachsendes Wissen über Hedgefonds und Firmenübernahmen aus. Katrin Saß ("Good Bye, Lenin!") steht einem Etablissement vor, in dem es vor Edelnutten nur so wimmelt und in dem eine Begleitdame (Natalia Avelon) das Wirtschaftschinesisch der neuen Ökonomier in perfektes Mandarin übersetzen kann. Ein Krimi (Buch: Hartmann Schmige, Regie: Ralph Bohn), der unterhaltsam daran erinnert, dass Berlin auch mal wie eine richtige Geschäftsmetropole aussehen kann.

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