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aus DER SPIEGEL 49/2002

Die Story: Operation Blindflug

Montag, 22.30 Uhr, WDR

War der 11. September unvermeidlich? WDR-Autor Hubert Seipel liefert Beweis über Beweis dafür, dass amerikanische Behörden blind für die Drohungen der Qaida waren - und bei richtiger Einschätzung der vorliegenden Informationen die Terrortat hätten verhindern können. Manches ist nur in Nuancen neu. Aber aus den Interviews von Afghanistan über den Sudan bis Washington entsteht ein erschreckend schlüssiges Bild von CIA- und FBI-Inkompetenz. Warum die Dokumentation keinen besseren Sendeplatz bekommen hat, wird wohl das Geheimnis der ARD-Oberen bleiben.

Ich werde reich und glücklich

Mittwoch, 23.00 Uhr, ARD

»Ente oder Adler«, würde Hamlet heute donnern, »das ist hier die Frage.« Der Hamlet 2002 heißt Jürgen Höller und galt als der erfolgreichste deutsche Motivationstrainer überhaupt. Ganze Hallen erfolgssüchtiger Menschen konnte er zur Ekstase des positiven Denkens peitschen. Keiner beherrschte das Stakkato der Selbstsuggestion wie er, und keiner hat seine Fans derart abgezockt: »Du bist der Beste! Du bist ein Sieger! Du schaffst es!« Halleluja. Vor einem Jahr musste seine Firma, mit mehr als hundert Mitarbeitern führend in der europäischen Bewusstseinsindustrie, Insolvenz anmelden. Höller wurde verhaftet, seitdem ist die Stimmung im Keller. Doch Doris Metz hat einen wunderbaren Dokumentarfilm über Aufstieg und Fall des skrupellosen Geschäftemachers gedreht, der sich gar von Gott berufen fühlte. Sechs Höller-Jünger, von der »Nailart-Designerin« aus Zeulenroda bis zum Pfarrer aus Frankfurt am Main, berichten über ihren Weg zum Glück - und wieder zurück. Was bleibt? Der »Powersatz des Monats": »Du stehst immer wieder auf!«

Peter Handke

Freitag, 23.10 Uhr, Arte

Als »schwermütiger Spieler« will er gesehen werden: Der Schriftsteller Peter Handke, der an diesem Freitag 60 wird, darf sich im 75-Minuten-Porträt des Journalisten und Handke-Freundes Peter Hamm, 65, ungestört und oft genug ungelenk entfalten - ein zäher Monolog über sein Schreiben, seine Weltwahrnehmung, seine Wut auf die (westliche) Welt, nur bisweilen aufgelockert durch ein charmantes, gar selbstironisches Lächeln. »Ich habe überhaupt nichts zu sagen, deshalb schreibe ich«, lautet das Credo des Österreichers, und zu Beginn des Films wecken historische Aufnahmen des jungen Rebellen in Graz die Erwartung auf ein fundiertes biografisches Bild - dann aber hat Handke einfach zu viel zu sagen. Und so redet er, wo er steht, sitzt und wandert: im Wald, in Serbien und anderswo.

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