Zur Ausgabe
Artikel 64 / 123
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Katastrophen TWA 800: Lücken in der Bombentheorie

aus DER SPIEGEL 35/1996

Deuten Spuren einer Sprengstoffchemikalie auf eine Bombe, die an Bord der TWA-Maschine explodierte - oder kommt doch eine andere Ursache für den Absturz der Boeing 747 am 17. Juli vor Long Island in Betracht? Das FBI bestätigte am Freitag, daß ein Labor in Washington auf einem Wrackteil, mutmaßlich dem Rest eines Sitzes, Pentaerythrittetranitrat (PETN) entdeckt hat. Die hochexplosive Verbindung wird zum Zünden von Plastiksprengstoff, aber auch in Gefechtsköpfen von Raketen verwendet. Fahnder vermuteten, daß der Sprengsatz in der rechten Doppelsitzreihe zwischen den Sitzen 17 und 27 versteckt worden sei. Doch der endgültige Nachweis einer Bombe, der für eine Anklageerhebung gegen unbekannte Terroristen ausreichend gewesen wäre, ist auch bis zum letzten Wochenende nicht erbracht worden. So fehlten Spuren anderer Sprengsatzchemikalien. Auch Metallteile, die vom Detonationsdruck nach außen verformt wurden, konnten bisher nicht gefunden werden. Sicher ist nur, daß der Haupttank der Maschine explodierte; er war fast leer und enthielt ein explosives Dampfgemisch. 60 Prozent des Jumbo-Wracks sind inzwischen geborgen worden. Die Trümmer werden auf einem Gerüst angeordnet, wobei ultraviolettes Licht Markierungen sichtbar macht, mit denen die Lage der Sitze und der Kabinenteppiche ermittelt werden kann.

[Grafiktext]

Bisher gefundene Wrackteile der TWA-Boeing-747

[GrafiktextEnde]

Zur Ausgabe
Artikel 64 / 123
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel