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ÜBERFLÜSSIGES H.

aus DER SPIEGEL 44/1970

Wegen eines zusätzlichen Buchstabens glaubt die bayrische SPD einer »Fälscherzentrale« auf der Spur zu sein. Nachdem zahlreiche in Bayern lebende Vertriebene, die der Sozialdemokratischen Partei angehören, mit rosa Rundschreiben (Poststempel: Augsburg) von einem »Dr.-Kurt-Schuhmacher-Kreis« in falscher Orthographie und mit gefälschten Zitaten an den »leidenschaftlichen Patrioten« und früheren SPD-Führer Schumacher erinnert und zum Widerstand gegen die Bonner Ostpolitik ermuntert worden waren, warnte die SPD in ihrem parteiinternen »Aktuellen Wahldienst« die Genossen: »Eine ganze Reihe von Anzeichen sprechen dafür, daß im bayrischen Landtagswahlkampf eine Fälscherzentrale am Werk Ist, die entweder durch anonyme Rundschreiben Verwirrung stiften oder durch bewußte Verleumdung Stimmung gegen die SPD machen will.« Bayerns SPD-Sprecher Emil Werner glaubt die Stimmungsmacher zu kennen: »Wir haben das in unserem Wahldienst nicht gesagt, aber gemeint haben wir mit der Fälscherzentrale natürlich die CSU.« CSU-Sprecher Dieter Kiehl: »Ein absurder Vorwurf.«

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