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Briefe

Überholte Vorstellung
aus DER SPIEGEL 25/1998

Überholte Vorstellung

Nr. 23/1998, Medizin: Seh-Chips und Zelltransplantate gegen die Altersblindheit

Die gängige Auffassung, für die trockene Maculadegeneration gebe es ,,noch keinerlei Behandlungsmöglichkeit«, ist nicht aufrechtzuerhalten. Trockene und feuchte Maculadegeneration sind je nach Stadium mit Erfolg behandelbar. Viele unserer Mitglieder haben gute Erfahrungen gemacht mit einer konservativen Behandlung, die Kopf- und Ohr-Akupunktur und Neuraltherapie im Schädelbereich mit Injektionen neben dem Auge kombiniert. Bei feuchter Maculadegeneration wird zum Austrocknen der Ödeme und Blutungen eine schwachdosierte Kobaltbestrahlung zusätzlich gegeben. Die bisher vielerorts übliche Behandlung mit gefäßerweiternden Mitteln ist nicht nur wirkungslos, sondern sogar manchmal schädlich. Es besteht die Gefahr des Umschlags der reversiblen trockenen in eine irreversible feuchte Maculadegeneration.

BRECHEN (HESSEN) WERNER SCHÖNBACH

SELBSTHILFEGRUPPE MACULADEGENERATION

Chirurgische Versuche am Auge ohne eine klare pathophysiologische Grundlage könnte man als abenteuerlich bezeichnen. Die altersbedingte Maculadegeneration ist ein allgemeiner Abbauprozeß des neuro-corticalen visuellen Systems, bei dem oft andere Sinnesorgane mitbetroffen sind. Auch Kopfschmerzen, Schwindel, Nachlassen des Gedächtnisses und Gesichtsfeldveränderungen sind als Frühsignale in Diagnostik und Therapie bislang nicht ernst genug genommen worden. Die Vorstellung, daß die trockene Maculadegeneration nicht zu behandeln sei, ist überholt. Gerade in diesem Stadium sind bei guter Mitarbeit des Patienten die Erfolgschancen groß. Trotz Verschlechterung der Krankheit als Folge der intensiven Therapie mit gefäßerweiternden Mitteln und Infusionen hat die konventionelle Augenheilkunde nicht verstanden, das Dogma der Vasculopathie zu revidieren.

REGENSBURG NADIM SRADJ

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