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Überlebt B-2-Bomber dank Irak?

aus DER SPIEGEL 32/1990

Das Verhältnis zwischen den Supermächten normalisiert sich auch im sensibelsten Bereich, dem der strategischen Rüstung. Die Sowjetunion hat ihre raketentragenden Atom-U-Boote abgezogen, die vor den Küsten der USA im Pazifik und Atlantik patrouillierten. Ein Überraschungsschlag gegen die amerikanischen Bomberstützpunkte und Raketensilos - Vorwarnzeit nur sechs Minuten - ist damit ausgeschlossen. Im Gegenzug hat US-Präsident George Bush vorige Woche angeordnet, die Rund-um-die-Uhr-Flüge der Kommandomaschinen zur Exekution eines Atomkriegs einzustellen. Die Boeing-707-Spezialjets sollen nur noch in Flugbereitschaft gehalten werden. Der Streitkräfteausschuß des Repräsentantenhauses hat unterdes beschlossen, die atomare Kurzstreckenrakete Sram-T - Reichweite 450 Kilometer - nicht weiterzuentwickeln, deren Einsatz, von Jagdbombern aus möglich, für den Kriegsfall in Europa vorgesehen war. Auch die Mittel zum Weiterbau des atomaren Superbombers B-2 wurden gekappt, nur noch 15 Exemplare sollen gebaut werden. Verteidigungsminister Dick Cheney hatte 75, die Air Force ursprünglich 132 B-2-Bomber beantragt. Cheney kann nun nur noch darauf setzen, daß der Senat das Bomberprogramm wiederbelebt. Dort findet die B-2-Lobby allerdings wegen des irakischen Einmarsches in Kuweit schon wieder Zulauf. Mehrere Abgeordnete verkündeten, der Weiterbau der B-2 sei nun doch notwendig - als Abschreckungsmittel gegen den Irak und dessen Präsidenten Saddam Hussein.

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