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Übles Vorbild: Rauchende Eltern

aus DER SPIEGEL 34/1979

Rauchende Eltern verführen ihre Söhne und Töchter häufig zum Zigarettenkonsum: Jedes zweite Kind, das Vater oder Mutter ständig mit einer Zigarette sieht, will später selbst einmal rauchen. In Nikotin-abstinenten Elternhäusern hingegen kommen nur elf Prozent der Kinder auf den Gedanken, sie könnten als Teenager oder Erwachsene zur Zigarette greifen. Dies ergab jüngst eine Befragung von 168 Mädchen und Jungen zwischen drei und acht Jahren, durchgeführt von der amerikanischen Pennsylvania State University. »Eltern können einen ungeheuren Einfluß darauf haben«, resümiert Projektleiter Dr. Robert E. Shute, »ob ihre Kinder nikotinsüchtige Erwachsene werden.« Während der Forschungsarbeit beobachtete er, daß schon Dreijährige einen Hang zur Zigarette entwickeln, wenn Vater oder Mutter mit schlechtem Beispiel vorangehen: »Rauchen ist«, so die häufigste Kinderantwort, »was Mammis und Pappis machen.« Immerhin sagten 41 der befragten Mädchen und Jungen, sie würden angesichts der gesundheitlichen Gefahren niemals zu Rauchern werden -- ein Erfolg der sogenannten Rauchererziehung, die in vielen US-Kindergärten und Schulen zum obligaten Unterrichtsstoff gehört.

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