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Um ein Haar

aus DER SPIEGEL 31/1979

Die jungen Wähler hätten, so belegt eine jetzt veröffentlichte Analyse des statistischen Landesamtes in Kiel, um in Haar den schleswig-holsteinischen CDU-Ministerpräsidenten Gerhard Stoltenberg bei den Landtagswahlen im April um seine knappe absolute Mehrheit die Union erhielt 48,3 Prozent der Stimmen und 37 von 73 Parlamentssitzen -- gebracht. In der Altersgruppe der 18- bis 24jährigen sank der Anteil von CDU-Wählern gegenüber der Landtagswahl 1975 bei den Frauen um 4,9 von 36,5 auf 31,6 Prozent, bei den Männern um drei von 35,4 auf 32,4 Prozent (CDU-Verluste im Gesamtdurchschnitt: 2,4 Prozent). Noch größer waren die Einbrüche unter den 25- bis 34jährigen: bei den Frauen 38,7 statt 45,5 Prozent, bei den Männern 35,4 statt 42,9 Prozent (siehe Graphik). Nur in den Altersgruppen ab 35 konnten sich die Christdemokraten Mehrheiten zwischen 49,7 und 54,4 Prozent sichern. Umgekehrt verlief der Trend für die SPD, die insgesamt 1,7 Prozent dazugewann; hei den Älteren und Alten brachte sie es lediglich auf Anteile zwischen 41 und 38,3 Prozent, während sie in der Gruppe der 25- bis 34jährigen bei Frauen und Männern runde fünf Prozent gewann (48,5 bzw. 51,6 Prozent). Die Jungwähler zwischen 18 und 24 stimmten mit 50,7 Prozent für die SPD, die hier dennoch 0,7 Punkte gegenüber 1975 verlor. Nach Vermutungen von Wahlanalytikern gingen die Stimmen größtenteils an die Grünen, die landesweit 2,4 Prozent erreichten.

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