Zur Ausgabe
Artikel 6 / 64

Umstrittener Export

aus DER SPIEGEL 19/1976

Die Amerikaner munitionieren sich neuerdings auch in der Bundesrepublik mit Argumenten gegen westdeutsche Atom-Exporte. So bat die US-Botschaft in Bonn den Vorsitzenden des Bundesverbandes der Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU), Hans-Helmuth Wüstenhagen, um eine Stellungnahme. Wüstenhagen konnte mit einer BBU-Resolution aufwarten, in der die Umweitschützer »den sofortigen Exportstop« von acht Atomwerken. einer Wiederaufbereitungs- und einer Urananreicherungsanlage an Brasilien fordern -- wegen der dadurch »gegebenen Möglichkeit zur Herstellung von A-Bomben«. In den USA hatte das Bonner Brasilien-Geschäft, das die amerikanische Atom-Industrie aus dem Rennen warf, einen Proteststurm ausgelöst. Anders als die Deutschen halten nämlich die Amerikaner Wiederaufbereitung und Anreicherung des Kernbrennstoffs in von ihnen gelieferten Anlagen unter strikter Kontrolle (SPIEGEL 12/1976). Erst kürzlich forderten deshalb US-Senatoren, Washington solle im Verein mit Moskau dafür sorgen, daß Westdeutschland und Frankreich -- Paris plant ein brasilien-ähnliches Geschäft mit Pakistan -- keinen Reaktorbrennstoff mehr erhalten.

Zur Ausgabe
Artikel 6 / 64
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.