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Briefe

Unappetitliche Realitätsferne
aus DER SPIEGEL 52/2002

Unappetitliche Realitätsferne

Nr. 50/2002, Kosovo: Die Rache der Albaner

Die Ausgabe von Führerscheinen wird als wohlwollende Betrachtung der kosovo-albanischen Forderung nach Unabhängigkeit dargestellt. In der Tat werden im Kosovo europäischem Standard entsprechende Führerscheine und Kfz-Nummernschilder ausgegeben. Was denn sonst? Sollen die Einwohner des Kosovo ohne Führerschein, also illegal, Auto fahren? Deutsche Polizisten, heißt es, würden zur »Resozialisierung« nach Deutschland zurückgeholt, anstatt ihrem Wunsch nach Verlängerung der Einsatzzeit im Kosovo zu entsprechen. Tatsächlich aber beträgt die Einsatzdauer der deutschen Polizeibeamten im Kosovo in der Regel neun Monate und kann auf maximal zwölf verlängert werden. Dies entspricht der Fürsorgepflicht gegenüber den Beamten und ihren Familien nach einem entbehrungsreichen Auslandseinsatz. Die Behauptung, schwangere albanische Frauen würden aus demografischen Gründen zur Entbindung nach Mazedonien fahren, liegt nachgerade unappetitlich weit von der Realität entfernt.

PRIsTINA (KOSOVO) NIKOLAUS GRAF LAMBSDORFF UN INTERIM ADMINISTRATIVE MISSION IN KOSOVO

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