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Briefe

Unholde der Nation
aus DER SPIEGEL 35/1983

Unholde der Nation

(Nr. 33/1983, SPIEGEL-Titel: Aufruhr bei den Grünen - Die belästigte Frau) *

In der vor uns liegenden hochbrisanten Zeit im Hinblick auf Stationierung der gefährlichen Angriffswaffen, Weiterausbau der Atomenergie und so weiter sollten auch die »Grünen« in Bonn eigentlich Wichtigeres zu tun haben als das, was sie da in Bonn inszeniert haben!

Wuppertal HEINZ KREY

K. Hecker und F. Schwalba-Hoth machen die »Grünen« bald ganz tot.

Königsbrunn (Bayern) G. WALTER

Über das Thema »Die belästigte Frau« sollte und muß man offen berichten, aber das Titelbild sehe ich als persönlichen Angriff und die totale Verarschung der Frau an.

Hamburg GABRIELA DANIELSEN

Durch die Vergrößerung der Brust auf Ihrem Titelbild sehe ich zum erstenmal, daß ein Tröpflein Milch aus der Brustwarze heraustritt. Damit scheint mir der Sinn des meisterhaften Bildes klar zu sein: es ist ein Schwangerschaftstest. Er ist positiv.

Tübingen DR. RUTH-EVA SCHULZ-SEITZ

Dieses Titelbild ist eine absolute Sauerei.

Berlin DR. MANFRED LENTZ

Es dient lediglich als Anlockung für Männer und Jugendliche zwecks erhöhter Auflage. Keineswegs prüde, fühlt man sich als Frau sehr unangenehm berührt.

Kirchzarten (Bad.-Württ.) EUGENIE JANISTYN

Schlichtweg genial! Zur Titelgeschichte über einen Mann, der Frauen an den Busen grapscht, ein Bild, auf dem eine Frau zart die Brust einer anderen Frau berührt.

Köln DR. INGE v. BÖNNINGHAUSEN

Wenn ein Mann, zumal noch ein Abgeordneter der Grünen, einer Frau an den Busen greift, machen Sie daraus einen Titel und zehn Seiten Text. Wenn aber Deutsche beim amerikanischen Flugtag in Ramstein alte Naziparolen hervorholen und Panzer über Friedensdemonstranten fahren lassen wollen, reduzieren Sie dieses ungeheure Geschehen auf zwei Seiten.

Oberheinriet (Bad.-Württ.) EBERHARD SCHWEIZER

Wer an fremden Busen grapscht, hat's schwer, sich an die eigene Brust zu klopfen!

Kulmbach (Bayern) CHRISTIAN MOTSCHMANN

Pech, daß es einen »Grünen« erwischt hat, Pech, daß jetzt wieder die »Grünen« als die Unholde der Nation herhalten dürfen. Andererseits finde ich es gut, daß sexuelle Nötigung am Arbeitsplatz in nie dagewesener Größenordnung und so öffentlich diskutiert wird. Das Interview mit Frau Schoppe hätte man uns allerdings ersparen können. Ich finde es einfach nur schwachsinnig, die Männer grundsätzlich verantwortlich zu machen, denn die Frauen trifft die gleiche Schuld am Elend dieser Welt. Aus dem Schoppe-Interview will ich nur eine Stelle herausgreifen ... den »sanften, ganz vorsichtigen Umgang mit der Natur«. Diese Formulierung klingt wie Hohn in meinen Ohren, angesichts der Millionen Tonnen von Waschmitteln und anderen Haushaltsabfällen, die von unseren sauberkeitsbesessenen Hausfrauen der schutzlosen Natur »überlassen« werden.

Berlin ANDREAS W. REISKE

Hier tut Enttabuisierung eines gesellschaftlichen Problems not. Dazu gehört der Wille von Frauen und Männern zu mehr Achtung, Menschlichkeit und Anständigkeit im Umgang miteinander. Den »grünen« Frauen gebührt Unterstützung; es bleibt zu hoffen, daß sie zusammen mit den »grünen« Männern die aufgeworfenen Fragen stellvertretend und wegweisend beantworten.

Lingen (Nieders.) HELMY LANGRADE

»Busengreifen« ist offensichtlich ein sehr altes Problem im Leben zwischen Mann und Frau. Im beginnenden 6. Jahrhundert hieß es im »salfränkischen Volksrecht": 26. Vom Anrühren der Hand eines Weibes. Paragraph 4. »Wenn einer einem Weibe die Brust anrührt - gerichtlich »bei der Brust« -, werde er (1800 Pfennige, die machen) 45 Schillinge zu schulden verurteilt.«

Bonn DR. KLAUS ZERRES

Nicht annähernd so oft, wie man uns heute glauben machen will, ist der Mann das Schwein und die Frau das Opfer. Eine Pille für den Mann, welche zwar nicht die Empfängnis, wohl aber das Bedürfnis nach Geschmuse und Beischlaf verhindert, das wäre der große Schritt zur Männerfreiheit und außerdem humaner als die gängige »Schwanz ab!«-Parole.

Grund (Schweiz) FRITZ BURRI

Was soll diese Pauschalierung über (grüne) Frauen? Meine bisherigen grünen Bekanntschaften haben »den Griff« immer noch genossen.

Höhr-Granzhausen (Rhld.-Pf.) FERHAT CATO Stellv. Bezirksvorsitzender der Jungsozialisten

Die konsequente Verteufelung aller Annäherungsversuche hätte für die Menschheit fatalere Folgen als ein Atomschlag.

Jüchen (Nrdrh.-Westf.) UWE NIEMER

Es ist ganz und gar nicht richtig zu behaupten, Frauen hätten es nicht gerne,

wenn sie allenthalben befummelt würden. Meine Mütter, sprich Sekretärinnen, blühen jedenfalls richtiggehend auf, wenn ich sie ab und zu mit meinen zarten Händen belege.

Köln KARL-AUGUST PÜTZ

Feminismus wird hier offensichtlich verstanden als Krieg gegen die Männer. Diese Art von Feminismus ist striktest abzulehnen, sie zerstört erwiesenermaßen die Familien. Ihr Grünen Flintenweiber, laßt ab von Eurem feindseligen Feminismus und wendet Euch den wichtigen Themen zu.

Bad Reichenhall (Bayern) GÜNTER CICHON

Vergessen Sie nicht, daß diese Klaus Heckers doch tatsächlich auch unsere Väter, Brüder, Lebenspartner sind und wir sie in der Form satt haben!

Ibiza (Spanien) ROSWITHA GRODDEK

Wäre die Entrüstung der Frauen bei den Grünen (meines Erachtens in diesem

Falle sogar berechtigt) genauso groß, wenn Herr Klaus Hecker an ihrer statt einer bei den US-Streitkräften diensttuenden Geschlechtsgenossin an den Titt gegriffen hätte, oder wäre er dann ein Held geworden?

Greven (Nrdrh.-Westf.) HEINZ J. MEYERHOFF

BRIEFE *KASTEN

Spätpubertätlichkeiten *

Da mein erster Wohnsitz immer noch im Hochtaunuskreis liegt, von wo der Abgeordnete in den Bundestag kam, beschwert mich der Verdacht, den falschen Mann gewählt zu haben. Auch wüßte ich gern, a) wem mein MdB an den Busen griff, b) wie vielen, c) an den linken oder rechten Busen oder gar an beide, d) griff er nur an untergebene Assistentinnenbusen oder auch an die jeweiligen Busen gleichberechtigter weiblicher MdB, e) wäre zu erwägen, den Deutschen Bundestag in Deutschen Busentag umzubenennen, da angedeutet wird, derlei Greiferei sei auch bei andern Parteien im Schwange.

Weiter sollten wir bedenken, daß die USA uns immer noch meilenweit voraus sind, dort gab es Sexskandal, weil ein Abgeordneter einen weiblichen und ein anderer einen männlichen Hotelpagen bumste. Unser MdB scheiterte hingegen schon an den oberen Regionen. Auch sollten wir Heckers Verteidigungshinweis auf die triste Lage in Bonn so ernst nehmen, wie er gemeint ist. Überdies ist der Abgeordneten Schoppe etwas Lektüre erotischer Literatur (zum Beispiel von Gerhard Zwerenz) anzuraten, damit sie den verhaßten Gegenstand nicht immer als bloßen »Zipfel« abtun muß. Da gibt's viel wärmere Namen, Waltraud.

Natürlich weiß ich, daß ich eminent falsch liege, wenn ich meine, Heckers Spätpubertätlichkeiten hätten intern zwischen den Betroffenen bereinigt werden müssen. Selbstverständlich liege ich auch falsch, wenn ich diesen öffentlichen Flachs als Folge des Umstands ansehe, daß in der grünen Bundestagsfraktion das schöngeistige Mittelstandsfühlen spätbourgeoiser Gartenzwerg-Gespielinnen dominiert. Als PR-Effekt war der

Heckersche Handgriff zweifellos große Klasse. Der Bekanntheitsgrad der Grünen Fraktion stieg ins Internationale. Sollten die Grünen das dem Hecker nicht damit danken, daß sie ihm pro Tag einmal Busen genehmigen?

Natürlich begreife ich, daß der Busenskandal publik gemacht werden mußte, weil es sich ja um sowas Prinzipielles wie die Unterdrückung der Frau handelt. Daß der Hecker an einen Busen langte, ist größenordnungsgleich wie die in aller Welt veranstalteten Massaker an Frauen, wie die klassenmäßige Benachteiligung von Arbeiterinnen in West wie Ost, denn der Busen einer grünen Bundestagsabgeordneten ist heilig.

Ich werde die Grünen wieder wählen, wenn sie sich verpflichten, ins Kloster zu gehen, was keineswegs eine ahumane Zumutung ist. Da zwischen dem Mönchs- und Nonnenkloster eine hohe Mauer steht, kann Hecker auch nicht rüberlangen und rumtatschen. Die weiblichen grünen MdB aber sind als Nonnen endlich am Ziel ihrer Begehrlichkeiten angelangt.

Ich gestehe, das alles schlage ich nur vor, damit wir andern, wir geilen grünen, roten, weißen und schwarzen Wähler unter uns bleiben können, einander betatschend, begehrend, liebend, bumsend, geilend. Ich wähle grün, ohne fundamentaloppositionell zu sein. Ich möchte es auch nicht gern werden. Mir reichte es schon, ließen sich die Atomrüstungen verhindern und der drohende Krieg sabotieren.

Love not war.

Schmitten (Hessen) GERHARD ZWERENZ

BRIEFE

Empörte Feder

(Nr. 33/1983, Berlin: SPIEGEL-Redakteur Karl-Heinz Krüger über den Niedergang von West-Berlin) *

Soll sich da der Nationalgeist wieder mal zusammenreißen, um die Scheiße von Staat und Kapital mit frommem Willen und Opfer so recht vergolden zu helfen? Oder was sonst bezweckte das Lamento?

Berlin WILFRIED PAPE

Berlin ist der lebendigste Tote dieser Republik, nur braucht diese Stadt Liebe und keine Miesmacher, die die Millionen lieber am Petersberg verbaut sehen!

Berlin KURT BARTH

Ihr Berlin-Artikel ist voll von haltlosen Übertreibungen. Berlin als Müllhalde der Nation, Sammelpunkt kaputter Typen und radikaler Weltverbesserer. Kein Wort darüber, daß es sich bei diesen Leuten um durch die erdrückende Spießbürgerlichkeit und Intoleranz westdeutscher Mittelstandsfamilien geschädigte Bürgerkinder handelt, nicht um die Ergebnisse der »Berliner Zustände«, sondern um die Produkte »westelbischer« Erziehungsmethoden.

Berlin KARSTEN WITTHUHN

Eine Meisterleistung, dieser Report. Genauso wie diese Stadt laut Ihrem Bericht ist, so sind auch ihre Menschen.

Berlin MICHAEL PROBST

Die Betrachtung zwingt einem geborenen Charlottenburger und Freien Berliner (West) die empörte Feder in die Hand.

Berlin DETLEF FUNK

Natürlich ist die Stadt »kaputt«, genauso wie ganz Wessiland quietscht und eiert. Berlin ist ätzend, wa, Alter?

Berlin REINHARD NARUISCH

Es wäre sicher billiger gewesen, zum Beispiel einen x-beliebigen Hamburger Taxifahrer nach seiner Meinung zu fragen. Aber wahrscheinlich hatte Herr Krüger sowieso nichts zu tun, weil die Bürgersteige in Hamburg schon wieder hochgeklappt waren!

Berlin STEFAN MITTAG

Für mich stimmt es eben überhaupt nicht, daß hier Sodom und Gomorrha vorherrschten, sondern trotz aller (oder auch wegen aller?) Ausbrüche eher schon etwas zu viel Ordnung. Wer produziert denn die herziehenden Latzhosen-Träger, Flippies und Anarchos? Das ist doch nicht die Stadt Berlin, sondern es ist die Zwänge und Ängste bewirkende bundesrepublikanische Gesellschaft.

Und wer anders als das feige in den »Westen« geflohene Kapital ist schuld am in der Tat dramatischen Rückgang der Arbeitsplätze in Berlin? Nicht die Berliner oder auch die Ostdeutschen allein, sondern das ganze deutsche Volk trägt schließlich die historische Schuld und die aktuelle Verantwortung für die Situation Berlins wie auch der DDR.

Berlin PROF. DR. JÜRGEN DITTBERNER Stellvertretender Vorsitzender der FDP-Fraktion im Abgeordnetenhaus

Ihr Redakteur hat die Situation hier klar erkannt und richtig beschrieben.

Berlin FRANK KIRCHNER

Als Berliner, der täglich 200 Kilometer kreuz und quer in der Stadt herumfährt, reibt man sich die Augen und fragt sich, ist der Kerl eigentlich blind?

Berlin ROLF KLINGENBERG

Gerade dieses Nebeneinander von Normalem und Unnormalem ist das Merkmal einer Metropole.

Berlin HANS-ULRICH BANNERT

Mit 20 Milliarden Mark subventioniert die Bundesrepublik Deutschland diese chaotische Verbrecherstadt jährlich. Die drei Westmächte spielen die Hausherren, die Bundesrepublik zahlt den Unterhalt.

Regensburg ADOLF DONHAUSER

Von den »staatlichen Vergünstigungen« für Berlin wissen wir ein Lied zu singen. Allein der westdeutsche Zigarettenhandel hat im letzten Jahr 83,5 Millionen Mark kassiert - ohne einen Finger für die geteilte Stadt zu rühren. Oder, um noch ein Beispiel zu nennen: Die Kaffeeröster

strichen 1982 insgesamt 90 Millionen Mark an Berlin-Präferenzen ein, unterm Strich also mehr Subventionen, als sie bei rund 900 Beschäftigten an Lohnkosten ausgeben mußten. Mit solchen Subventionspraktiken ist der geteilten Stadt nicht gedient. Genausowenig, wenn westdeutsche Unternehmer hundert Arbeitsplätze im Bundesgebiet vernichten, um ein paar neue in Berlin zu schaffen - und dafür auch noch Millionen aus dem Steuertopf kassieren.

Hamburg MANFRED HÖNIG Pressesprecher der Gewerkschaft Nahrung-Genuß-Gaststätten

Berlin ist, wie Sie richtig schreiben, gewiß keine Weltstadt wie New York oder Paris, läßt sich schon gar nicht mit dem Berlin der 20er Jahre vergleichen. Daß es jedoch der Stadt nach wie vor mühelos gelingt, mit Denkanstößen, neuen Ideen und Entwicklungen und »empörendem« Verhalten die braven westdeutschen Bürger zwischen Hamburg und Oggersheim in ihrer satten Selbstgerechtigkeit zu schockieren, wirft ein bezeichnendes Bild auf die Provinz westlich von Helmstedt.

Berlin HARALD FEIGE

Auf die Idee, daß Karl-Heinz Krüger einen Sensus für Berlin hat, wird wohl angesichts seines Kahlschlag-Beitrages über diese Stadt niemand kommen. Hier wird zusammengestellt und arrangiert auf Teufel komm raus. So ist auch die ganze Tendenz: Schlichte, aber deshalb nicht weniger große Miesmacherei - und das gelingt natürlich nur, wenn ein Autor Mut zur Lücke hat. Den hat er, leider. Nicht zuletzt aus deutschlandpolitischen Gründen halte ich den Beitrag für verantwortungslos.

Berlin DR. HANNA-RENATE LAURIEN Senator für Schulwesen, Jugend und Sport

Dieser Artikel war der ätzend miserabelste, seit ich vor 13 Jahren anfing, den SPIEGEL zu lesen.

Berlin MANFRED KASPER

Herr Krüger hat mit seinem Artikel endlich einmal das Kind beim Namen genannt und das ausgesprochen, wozu unsere feigen und heuchlerischen Politiker nie den Mut haben werden.

Berlin MARGARETE MÜNCH

Ich lerne langsam, derartige Artikel-Schreiber zu hassen.

Berlin HEINZ GUNTERMANN

Bald weg! Berlin tut gut? Aber nicht meinen Nerven!

Berlin ALFRED NEUSSNER

Verlegen Sie den Sitz Ihrer Redaktion nach Berlin, damit Sie endlich begreifen lernen, daß die 80er Jahre in Städten wie

New York und Berlin stattfinden - und nicht in Pöseldorf.

Berlin HANS G. BERGER

Sie sind zweifelsohne zu clever zu erkennen, daß an dem »Niedergang von West-Berlin« vorrangig Sie und gleichgesinnte Publizisten, Professoren, Pädagogen, Propheten und Pseudo-Liberale aller nihilistischen Genres durch eine subtilkonzertierte, suggestiv-defätistische Desinformation 25 Jahre lang maßgeblich beigetragen haben.

Berlin DR. OLIVER T. R. ROCK

Es wird ehrlich Zeit, mal ein paar Probleme zu lösen. Ich schlage vor, erst einmal klein anzufangen, zum Beispiel müßten die Gehwegplatten unserer Straße wieder gerichtet werden. Das wäre doch mal ein kleiner Anfang.

Berlin ROMAN MOYZES

Berlin ist Potemkin, Las Vegas und Sunshine City - von allem etwas. Außerdem richtet hier ein Kammergericht, das es immer wieder versteht, sich in Verruf zu bringen. Überdies, achte drauf, der nächste Bundespräsident verdiente sich hier seine Sporen.

Berlin BENEDICT M. MÜLDER Lokalredakteur »Die Tageszeitung«

Wir Berliner täuschen uns also, wenn wir glauben, daß den westdeutschen Städten der Finanzkollaps - wie vom Stuttgarter Oberbürgermeister Rommel beschworen - droht. Wir wissen nun, daß nur in Berlin Anarchos (igitt) prügeln, nicht aber in Krefeld. Nur in Berlin gibt es eine Ausländerflut, nicht etwa in München. Nur in Berlin gibt es Arbeitslose, Rentner und Sozialhilfeempfänger, nicht etwa in Dortmund, und natürlich machen die Stahl-, Werft- und Elektroindustrie sowie die Landwirtschaft in der Bundesrepublik Riesenprofite, und nur die Berliner Industrie liegt im Koma; von dem personalarmen, toll effektiven öffentlichen Dienst in der Bundesrepublik ganz zu schweigen.

Berlin W. SCHMIDT Rechtsanwalt

Nee, nee, Herr Krüger, so nicht!

Berlin KATRIN DREWS

Will Herr Augstein mitsamt seiner Linksjournaille durch solche verbalen Anbiederungsversuche bei der DDR eine eigene Deutschlandpolitik betreiben aus Angst davor, Franz Josef Strauß könne ihm sonst das Geschäft verderben?

Rottenburg (Bayern) KARL SCHALLER

Falls innerhalb der SPIEGEL-Redaktion keine Sinneswandlung möglich ist, wird man unter Umständen in Berlin folgende Liedzeile schaffen: »SPIEGEL, wir lernen langsam, dich zu verachten - hassen wäre zu viel Ehre für dich Arschloch!«

Regensburg WOLFGANG MÄDER Komponist

BRIEFE

Schüsse in Bayern

(Nr. 28/1983, Briefe) *

Von Bayerns Polizei wurden 1981 zwölf gezielte Schüsse auf Menschen abgegeben. Durch den Schußwaffengebrauch der Polizei wurden sechs Menschen getötet und nicht zwölf, wie der SPD-Abgeordnete im niedersächsischen Landtag Dr. Werner Holtfort behauptet. 1980 waren es zwei Menschen und 1982 keiner, während andererseits zum Beispiel 1982 durch Rechtsbrecher zwei Polizeibeamte getötet wurden.

Die sechs im Jahr 1981 Getöteten, nach Holtfort »ganz oder verhältnismäßig harmlose Mitmenschen«, waren: *___zwei der bewaffneten Rechtsextremisten in der ____Putzbrunner Straße in München, die schwere Gewalttaten ____beabsichtigten und von denen einer beim Anhalten durch ____die Polizei noch eine Handgranate abzog, die nur wegen ____des falschen Zünders nicht noch größeren Schaden ____anrichtete, *___eine bewaffnete Frau, die bei demselben Einsatz vorher ____einen Polizeibeamten erschoß, *___ein bewaffneter Verbrecher nach versuchter Entführung ____mit Tötung des Opfers, *___ein Räuber unmittelbar bei der Flucht von einem ____Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft, *___ein Verbrecher, der zwei Polizeibeamte mit einem ____entsprechend präparierten Auto in die Luft sprengen ____wollte.

München DR. JÜRGEN BUSSE Pressereferat im Bayerischen Staatsministerium des Innern

BRIEFE

Dreimal gesagt

(Nr. 34/1983, Waffenexport: Kein Panzergeschäft mit den Saudis) *

Sie verbreiten unter der Überschrift »Die Israelis haben sich durchgesetzt« nun zum dritten Mal innerhalb eines dreiviertel Jahres die Behauptung, Bundeskanzler a. D. Helmut Schmidt hätte in seiner Amtszeit Saudi-Arabien die Lieferung von Panzern des Typs Leopard II versprochen. Gleichfalls zum dritten Mal weisen wir darauf hin, daß diese Behauptung falsch ist.

Bonn PETER SCHELLSCHMIDT Büro Helmut Schmidt

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