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»Unser Kapitalismus kennt keine Scham«

»Brasilien -- sehr groß, sehr reich, sehr schön": So hämmert es das brasilianische Militärregime seinen Untertanen und der Welt ein, seit die Wachstumsraten des Landes Japans Rekorde erreichen. Vier Fünftel aller Brasilianer aber werden von den Fortschritts-Fetischisten bewußt vergessen, Millionen werden immer ärmer.
aus DER SPIEGEL 39/1972

Ein modernes Märchen, so scheint es, wurde wahr: »Eines Tages -- und das mußte kommen -- erwachte Brasilien als Gigant.«

»Und alle diese Herrlichkeit war das Resultat der Einheit von Regierung, Industrie, Handel, Landwirtschaft und Viehzucht und der Impuls von 100 Millionen Einwohnern.«

So verkündete es Brasiliens Militärregime jüngst in doppelseitigen Zeitungsanzeigen. Ein seit Monaten andauernder Propaganda-Feldzug, der die Brasilianer in einen Rausch der Größe und des Fortschritts mitreißen soll, steuerte damit auf seinen Höhepunkt zu: auf die Feiern zum 150. Jahrestag der Unabhängigkeit, die vom 7. bis 14. September stattfanden.

Krönung der »patriotischen Woche« war die Beisetzung des Staatsgründers Dom Pedro, des ersten Kaisers von Brasilien. Bis in die entlegensten Winkel des Landes hatte die Regierung zuvor die königlichen Gebeine herumgereicht, die erst in diesem Jahr aus dem Mutterland Portugal heimgekehrt waren.

Zum höheren Ruhme der Nation setzte Präsident General Garrastazu Medici in der gleichen Woche Säo Paulos erste, 1,5 Kilometer lange U-Bahn-Teststrecke in Betrieb. Verkehrsminister Andreazza meldete die Fertigstellung eines 1253-Kilometer-Teilstücks der »Transamazônica«, jener zum »größten Heldenepos des brasilianischen Volkes« (Medici) stilisierten Erschließung der Amazonas-Wildnis.

Folgsam beugten sich sogar die in Brasilien akkreditierten Diplomaten einem nationalstolzen Ultimatum der Gastgeber: Bis zum 7. September zogen alle Missionen -- zumindest offiziell -- in die Hauptstadt Brasilia um. Und gerade rechtzeitig zum Unabhängigkeitsfest verkündete die Bank für Wohnungsbau, daß Brasilien just 100 Millionen Einwohner erreicht habe.

Bevölkerungszahl und selbst die schieren Ausmaße des Riesenlandes -- »so groß wie Europa und größer als die kontinentalen USA« -- müssen als Werbemunition für die Kampagne »Großes Brasilien« herhalten, mit der das Regime zielstrebig sein durch brutale Willkürherrschaft verdüstertes Image aufzuhellen sucht.

»Brasilien -- sehr groß, sehr reich. sehr schön«, so gaukeln es die Hochglanz-Sonderdrucke vor, die brasilianische Botschaften gern verteilen. »Was die Welt heute braucht, ist eine gute Alternative. Brasilien bietet eine«, so werben Anzeigen in der Weltpresse.

»Wir haben die kontinentale Pflicht zur Größe«, dekretiert Präsident Medici. Die vom Luftfahrtministerium herausgegebene Postille »Bewaffnete Nation« tönt gar: »Brasilien kommt eine große, besondere Rolle im Spiel der entscheidenden Weltmächte zu.« Und der Minister für Industrie und Handel, Pratini de Morals, behauptet, Brasilien werde 1980 eines der entwickeltsten Länder der Welt sein.

In der Tat präsentieren die Regierungs-Technokraten Erfolgsstatistiken, wie sie kein anderes lateinamerikanisches Land aufweisen kann. Die Wachstumsrate des brasilianischen Bruttoinlandprodukts -- 8,4 Prozent 1968, 9,0 Prozent 1969, 95 Prozent 1970 und 11,3 Prozent 1971 -- erreichte japanische Dimensionen.

Die Inflationsrate wurde seit der Machtübernahme der Militärs im April 1964 von 86,6 auf derzeit etwa 20 Prozent herabgedrückt. Die Devisenreseryen wuchsen auf zwei Milliarden Dollar an (die Auslandsschulden freilich sind dreimal so hoch), und der Wert der Exporte soll dieses Jahr 3,5 Milliarden Dollar erreichen.

Immer neue Betriebe und Büropaläste sprießen vor allem in Brasiliens Wirtschaftshochburg, dem Groß-Raum von Säo Paulo: Mit etwa 24 000 Fabriken ist es die größte industrielle Zusammenballung Lateinamerikas. Täglich werden im Gebiet von Säo Paulo -- nach offiziellen Angaben -- fünf Kilometer Straßen asphaltiert. Denn über 500 000 neue Fahrzeuge rollten allein voriges Jahr aus den Autofabriken Brasiliens, zwei Drittel davon aus dem VW-Werk in São Bernardo do Campo.

Schon baut Ford eine Fabrik, die jährlich 200 000 Motoren für das US-Modell »Pinto« nach Nordamerika liefern soll. Und VW do Brasil will seinen erst kürzlich auf den brasilianischen Markt gekommenen Sportwagen SP-1 (Preis: etwa 17 000 Mark) demnächst sogar in die VW-Heimat Deutschland exportieren.

Für mindestens 840 Millionen Mark läßt sich das Entwicklungsland ein Kernkraftwerk in Angra dos Reis errichten, obwohl Brasiliens Potential an Wasserkraft ausreicht, um den Energiebedarf seiner Industrie bis zum Jahr 2000 zu decken. Die Großmacht-Strategen unter den brasilianischen Militärs träumen denn auch schon von einer anderen Verwendung der Nuklearenergie.

»Nur der Besitz der Bombe«, so postulierte das »Informations-Bulletin« des Heeres-Generalstabs, »kann einem Staat die Bedingungen einer Groß. macht geben.« Und ein Präsidenten-Berater verriet der Zeitschrift »Veja«, daß Brasilien sich bemühe, »die Techniken zu entwickeln, die zur Fabrikation der Bombe auf eigene Rechnung führen«.

Das Bild groß-brasilianischer Dynamik verfehlte seine Wirkung nicht. Die »Londoner City betrachtet Brasilien heute mit Euphorie«, notierte der britische »Guardian«. »Einst ein monumentaler Wirtschaftsschlamassel, erlebt Brasilien jetzt ein Wirtschaftswunder«, stellte das New Yorker »Wall Street Journal« fachmännisch fest.

»Wohin Brasilien geht«, so prophezeite Richard Nixon seinem brasilianischen Kollegen, »dahin wird der Rest des lateinamerikanischen Kontinents gehen.« Mit ihren Nachbarn freilich machen sich Brasiliens Technokraten nicht mehr gern gemein: »Wir müssen unsere romantische Solidarität mit den Ländern der Dritten Welt mäßigen«, so forderte der ehemalige Chef-Planer des brasilianischen Booms, Roberto Campos, »da wir ... den industrialisierten Ländern Westeuropas und den USA viel näher stehen als der konfusen und geplagten Dritten Welt.«

Der Hochmut freilich steht den Brasilianern schlecht an. Denn die Plagen der Dritten Welt, die hat Brasilien im eigenen, noch immer unterentwickelten Land. Der gepriesene Fortschritt hat daran nichts geändert, im Gegenteil: Das Elend wächst, während die Wirtschaft blüht.

Weit mehr als die Hälfte der etwa 100 Millionen Brasilianer hat am sogenannten Wirtschaftswunder keinen Anteil. »Tatsächlich«, so erkennt auch das »Wall Street Journal« auf den zweiten Blick, »sind Millionen jetzt ärmer als noch vor fünf Jahren.«

Nach den offiziellen Statistiken der Volkszählung von 1970 verdienten 64,5 Prozent der wirtschaftlich aktiven Bevölkerung weniger als 200 Mark im Monat, 44,5 Prozent erhielten noch nicht einmal den 1970 geltenden Minimallohn von durchschnittlich 117 Mark. Nur ein Prozent der Beschäftigten kassierte monatlich mehr als 1500 Mark. Wirtschaftlich aktiv waren überhaupt nur 31,7 Prozent der Bevölkerung -- ein noch geringerer Teil als zehn Jahre zuvor (1960: 32,3 Prozent).

Im Land des atemberaubenden Wirtschaftsbooms zählen die durchschnittlichen Industrielöhne zu den niedrigsten Lateinamerikas. Diejenigen Arbeiter in Rio oder São Paulo, die nicht mehr als den »salário mínimo« erhalten -- und das waren 1970 immerhin 42 Prozent der Arbeiter in den Städten -, verdienten 1970 real etwa 20 Prozent weniger als noch im Jahr der militärischen Machtergreifung 1964.

Zwar gleicht das Regime die Minimallöhne alljährlich der Preisentwicklung an. Aber die dabei zugrunde gelegten inflationsraten liegen fast immer unter der tatsächlichen Steigerung der Lebenshaltungskosten.

Mit offiziellen Zahlen belegte ein wirtschaftswissenschaftliches Institut der Gewerkschaften in Säo Paulo die drastische Aushöhlung der Arbeiterlöhne. Noch 1958 hatte danach das Mindestsalär eine Kaufkraft von 590 heutigen Cruzeiros. Die höchsten der -- regional gestaffelten -- derzeit gezahlten Minimallöhne betragen nicht einmal halb soviel: 268,80 Cruzeiros monatlich.

1958 trug ein Verdiener in der Familie noch durchschnittlich 10,14 Cruzeiros am Tag heim, 1970 brachten es zwei Verdiener zusammen nur noch auf 9,20 Cruzeiros im Durchschnitt. Und während ein mit dem Minimallohn bezahlter Arbeiter in Säo Paulo 1965 den Gegenwert von einem Kilo Bohnen, dem Hauptnahrungsmittel des einfachen Brasilianers, noch in 95 Minuten verdiente, mußte er 1969 schon 199 Minuten dafür rackern. Der Arbeitsaufwand für ein Kilo Brot stieg in der gleichen Zeit von 78 auf 147 Minuten, für ein Kilo Fleisch von 264 auf 354 Minuten.

Je höher die Wachstumsraten der Wirtschaft kletterten, desto ungerechter wurde das Sozialprodukt verteilt: Hatten die unteren 80 Prozent der brasilianischen Bevölkerung im Jahr 1960 noch 45,5 Prozent des Volkseinkommens erhalten, so war ihr Anteil 1970 auf 36,8 Prozent zusammengeschmolzen. Ein fast genauso großes Stück des Kuchens säbelten sich fünf Prozent der Brasilianer -- die Oberschicht -- ab: 36,3 Prozent. Ihr Anteil hatte zehn Jahre zuvor erst 27,4 Prozent betragen.

Rigorose Drosselung der Löhne und krasse Konzentration des Einkommens gehören zur Entwicklungsstrategie des Finanzministers AntönioDelfim Netto, 43, der seit 1967 Brasiliens »Wunder« managt. »Unser Kapitalismus kennt keine Scham«. prahlte der ehemalige Ökonomieprofessor an der Universität Säo Paulo.

»Operation Euthanasie«. so berichtet der brasilianische Exil-Politiker Marcio Moreira Alves, tauften Brasilias junge Technokraten diese Politik, die 80 Prozent der Bevölkerung beiseite drängt und statt dessen eine kapitalkräftige Elite zum Motor des Wachstums auflädt.

Brasiliens Arbeiter können sich nicht wehren, denn mit eiserner Faust garantiert das Militärregime den »sozialen Frieden": Streiks sind verboten. Die .Bauernligen des Nordostens sind zerschlagen, die Gewerkschaften fest in der Hand der Obrigkeit. denn die Gewerkschaftskandidaten stellt die Regierung auf: »capachos« -- Kriecher wie sie der Volksmund nennt.

Direktoren deutscher Firmen anerkannten den »Mut, mit dem die Regierung Castelo Branco (der erste Regierungschef des Militärregimes) die Unkündbarkeit der Arbeitnehmer nach zehnjähriger Dienstzeit abgeschafft ... hat« (so eine Untersuchung über die »Erfahrungen ausländischer Investoren in Brasilien"). Abgeschafft hat das Regime insbesondere auch alle Beschränkungen, die vor 1964 für den Transfer von Gewinnen ins Ausland bestanden.

Da ist es, so schreibt der »Guardian«, »ganz unwichtig für die Investitionsentscheidungen japanischer, nord -- amerikanischer oder europäischer Geschäftsleute, daß Brasilien eine Militärdiktatur ist, die politische Gegner mit Exil oder Folter und Tod bestraft«.

200 Millionen Dollar ausländisches Kapital strömen jährlich nach Brasilien, 40 Prozent davon aus den USA. Denn die etwa 2500 Unternehmen mit ausländischem Kapital, darunter knapp 400 Firmen mit deutscher Beteiligung, gehören neben der schmalen einheimischen Bürgerschicht zu den Hauptnutznießern des brasilianischen Booms.

Sie kontrollieren fast drei Viertel der Produktion von Kapitalgütern und über drei Viertel der Erzeugung langlebiger Konsumgüter, die sich vor allem auf den Bedarf der Oberschicht richtet.

So nahm die Produktion von hochwertigen Konsumgütern -- Autos, Fernsehern, Kühlschränken -- zwischen 1964 und 1970 jährlich um durchschnittlich 27,4 Prozent zu. Dagegen wurden nur 1,8 Prozent mehr Lebensmittel, nur 0,1 Prozent mehr Textilien hergestellt. Brasiliens Wirtschaft ist in zwei Märkte gespalten, die kaum noch Verbindung miteinander haben. Und das fällt sogar einigen kritischen Geistern innerhalb des Regimes auf: »Autos aus Gold für ein Volk ohne Schuhe«, überschrieb ein Senator der Regierungspartei, der Selbstherrlichkeit der Technokraten offenbar überdrüssig, sein jüngst erschienenes Buch.

Und mit dem Fortschritt wächst die Kluft zwischen den beiden Brasilien. zwischen privilegierter Minderheit und elenden Massen, zwischen glitzernden Städten und der Provinz.

Geschäftig stürmt die Neun-Millionen-Metropole Groß-Säo-Paulo voran. deren Fabriken allein über die Hälfte der brasilianischen Industrieproduktion ausstoßen. Jeden Tag entstehen in dieser am schnellsten wachsenden Stadt der Welt 100 neue Häuser, werden 1000 Paulistas geboren.

Im Landesinnern fand ein Regierungsbeamter dagegen die »Dynamik des Rückschritts« -- nicht im notorisch unterentwickelten Nordosten Brasiliens, sondern im weitgehend erschlossenen Bundesstaat Minas Gerais. Dort, im Tal des Jequitinhonha-Flusses, sterben 275 von 1000 Neugeborenen im ersten Lebensjahr -- 100 mehr noch als im Nordosten. Aber »wer kann schon fünf Cruzeiros für einen Totenschein bezahlen? fragt die Amtsschreiberin des Städtchens Itacambira.

An die 40 000 Brasilianer freilich konnten 3800 Mark für einen Farbfernseher bezahlen, seit 22 Sender in diesem Jahr Programme in Farbe starteien. Doch während Brasiliens Autoindustrie schon für die Anschaffung eines Zweitwagens wirbt, können sich etwa drei Viertel aller Brasilianer noch nicht einmal eine Sozialwohnung leisten.

Das Elend können die Propagandisten des Wirtschaftswunders selbst in dessen Hochburg Säo Paulo finden: 732 000 Arbeitslose sind dort schon offiziell registriert. 21 000 Kinder wurden allein in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres auf den Straßen Säo Paulos ausgesetzt. Und die Kindersterblichkeitsrate stieg sogar in diesem am höchsten entwickelten Gebiet Brasiliens von 62,9 (1960) auf 83,8 (1969).

Während sich die Militärs mit dem wirtschaftlichen Fortschritt brüsteten, so kritisierte der -- konservative -- »Kreuzzug der Frauen von Pernambuco«, werde »die Armut immer unerträglicher«. Brasiliens Nationale Bischofskonferenz und sogar der nicht eben kapitalismusfeindliche Weltbankpräsident Robert 5. McNamara rügten die ungerechte Einkommensverteilung unter dem Militärregime.

»100 Prozent der Bevölkerung bekommen 100 Prozent des Einkommens«, konterte zynisch Wirtschaftslenker Delf im Netto. Ein rascher Wachstumsprozeß, so vertröstete er, führe »sowieso immer zu besserer Besitzverteilung«. Die Politik der Steuervergünstigungen freilich, mit der die Technokraten das Wirtschaftswachstum beschleunigen wollen, bewirkt genau das Gegenteil einer gerechten Verteilung.

Denn gerade jene Massen der Bevölkerung, die am meisten unter der ungerechten Einkommensstruktur leiden, können ihren kargen Lohn nicht steuersparend in neue Industrien oder in Aktien investieren. Die Steuervergünstigungen konzentrieren vielmehr das Eigentum noch stärker in den Händen weniger.

Was einst als Hilfsprogramm für den unterentwickelten Nordosten des Landes geplant war, hat das Regime zur Industrie-Förderung pervertiert. » Man bekommt seine Investitionen praktisch umsonst«, freut sich Israel Klabin. Chef des größten Papierkonzerns Brasiliens, der mit Regierungshilfe drei Fabriken im Nordosten gebaut hat.

Die großzügigen Geschenke der Regierung -- Ersparnis der Körperschaftsteuer bis zu 75 Prozent, in bestimmten Fällen Steuerbefreiung der Betriebe auf 10 bis 15 Jahre -- haben freilich manche Fabrik in den Nordosten gelockt, die an der Unterentwicklung der Region nichts ändert.

Hochautomatisierte Produktionsanlagen bieten den ungelernten Arbeitskräften vor den Werkstoren keinen Job. So wurden etwa 1969 mit einem Aufwand von über einer Milliarde Cruzeiros nur 13 000 neue Arbeitsplätze im Nordosten geschaffen. Millionen aber sind dort arbeitslos.

Ein neues Programm lockt die Konzerne jetzt in die Amazonas-Wildnis, dorthin, wo nach den Worten des Verkehrsministers Andreazza die »entscheidende Schlacht um die Unabhängigkeit Brasiliens« geschlagen wird. Noch bevor die »Transamazônica« vollendet ist, haben internationale Unternehmen den Urwald besetzt.

Die U.S. Steel Company beutet die vermutlich größten Eisenerzreserven der Welt aus. Alcoa gräbt nach Bauxit, Bethlehem Steel baut Mangan ab, W. R. Grace & Co. holt Zinn aus der Erde, und die Georgia Pacific schlägt Edelhölzer. King Ranch, Swift und Armour haben mit brasilianischen Steuervergünstigungen weite Ländereien für die Viehzucht aufgekauft. Der US-Industrielle Daniel Keith Ludwig will eine Million Hektar für sich roden.

Wo immer Indios oder weiße Siedler auf den verkauften Territorien hausten, die Regierung opferte sie ihrem Streben nach Fortschritt. »Die Obrigkeit«, zürnte Bischof Casaldáliga in der Urwaldsiedlung Araguaia, »hat entweder kein Gewissen, oder sie hat es verkauft.«

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