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BUNDESWEHR »Unterstes Niveau«

aus DER SPIEGEL 16/2007

Der Einsatz in Afghanistan ist möglicherweise die letzte Mission, die deutsche »Tornado«-Jets für die Nato erfüllen. Der Grund: Wegen akuten Geldmangels kann die Luftwaffe weder bei der technischen Ausrüstung der Flugzeuge noch beim Pilotentraining die von der Allianz geforderten Mindeststandards erfüllen. Wie aus einem vertraulichen Planungspapier des Bundeswehr-Generalinspekteurs Wolfgang Schneiderhan hervorgeht, fehlt sogar das Geld, um die »Tornados« mit neuen Geräten auszustatten, mit deren Hilfe eigene und feindliche Flugzeuge sicher voneinander unterschieden werden können. Auch andere »beabsichtigte Maßnahmen zur Verbesserung der Einsatzfähigkeit« der Jets waren demnach aus Geldnot »nicht einplanbar«. Als Folge drohe womöglich, dass die Nato deutsche Kräfte schon in etwa drei Jahren nicht mehr für gemeinsame Aktionen akzeptieren werde. Wegen steigender Kosten für Wartung und Treibstoff sei die Luftwaffe zudem gezwungen, das Pilotentraining erheblich einzuschränken. »Flugstunden für Ausbildung und Übung«, so das Papier, »können nur auf unterstem noch vertretbaren Niveau zur Verfügung gestellt werden.« Dabei werde der Nato-Standard - 180 Stunden pro Crew und Jahr - »weiterhin nicht erreicht«. Tatsächlich schaffen viele Piloten gerade einmal 100 Flugstunden. Um den Einsatz der sechs am Hindukusch stationierten »Tornados« sicherzustellen, müssen Geschwader in der Heimat zudem wohl bald auf Ersatzteile verzichten. Vergangene Woche zerschellte ein »Tornado« bei einem Übungsflug in der Schweiz an einem Berg. Der Pilot, ein erst 27 Jahre alter Oberleutnant, kam dabei ums Leben.

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