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Briefe

Untilgbarer Fleck
aus DER SPIEGEL 4/1995

Untilgbarer Fleck

(Nr. 43/1994, Parteien: SPIEGEL-Gespräch mit Egon Bahr über die Bewältigung der DDR-Vergangenheit)

Eine mißverständliche Formulierung in meinem SPIEGEL-Gespräch hat mir viel Ärger bereitet. Nachdem Peter Glotz und Ralph Giordano (SPIEGEL 49/1994) darauf Bezug genommen haben, liegt mir an der Klarstellung: Die Rassengesetze bleiben ein untilgbarer Fleck auf der deutschen Geschichte. Deshalb war und bleibt es ein Fehler, den Kommentator der Rassengesetze, Globke, zum Chef des Kanzleramtes gemacht zu haben. Obwohl Adenauer damit erreicht hat, was er erreichen wollte. Es wäre mehr als ungerecht, die Ostdeutschen heute härteren Kriterien zu unterwerfen. Deshalb bin ich für ein Schlußgesetz, das nur Kapitalverbrechen ausnimmt. Südafrika war mit seinen Rassengesetzen schlimmer als die DDR. Mit einem Stasi-ähnlichen Gesetz gäbe es dort Bürgerkrieg statt den weisen Versuch Mandelas zur Aussöhnung. *UNTERSCHRIFT: Königswinter (Nrdrh.-Westf.) EGON BAHR

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