Zur Ausgabe
Artikel 82 / 87
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel

Briefe

Unverzichtbare Vorsorge
aus DER SPIEGEL 40/1981

Unverzichtbare Vorsorge

(Nr. 38/1981, Medizin: Neue Erkenntnisse in der Krebsforschung)

Wie in dem Artikel durchaus zutreffend dargestellt wurde, weisen in der Tat eine Reihe von Indizien darauf hin, daß es für bestimmte Krebsformen erbliche Prädispositionen gibt. Dieser Auffassung hat die »Deutsche Krebshilfe« zu keiner Zeit widersprochen, zumal es integraler Bestandteil ihres Programms ist, bei der Erfassung und Eingrenzung sogenannter Risikogruppen mitzuwirken.

Daß Krebsentstehung, neben vielen anderen Faktoren, bei bestimmten Formen auch genetische Ursachen haben kann -- und darauf hat die »Deutsche Krebshilfe« bereits vor zwei Jahren im Anschluß an ein von ihr und der American Health Foundation in New York veranstaltetes internationales Symposium hingewiesen --, berechtigt jedoch nicht zu der Ansicht, daß die seit zehn Jahren bestehende gesetzliche Krebsvorsorge überflüssig sei. Denn Krebsentstehung allein auf erbliche Faktoren reduzieren zu wollen bedeutete, dieses komplexe Problem unzulässig zu vereinfachen.

Es kann doch kein ernsthafter Zweifel daran bestehen, daß die Krebsvorsorgeuntersuchung auch besonders für jene Bevölkerungsgruppen sinnvoll und unverzichtbar ist, deren Familien nicht krebsvorbelastet sind. Mitglieder sogenannter Risikogruppen sollten darüber hinaus einer zusätzlichen ärztlichen Beobachtung unterliegen.

Köln MILDRED SCHEEL Präsidentin der »Deutschen Krebshilfe«

Zur Ausgabe
Artikel 82 / 87
Vorheriger Artikel
Nächster Artikel
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.