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Unwillige Lehrer

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aus DER SPIEGEL 36/1987

Der Anspruch der Schüler auf Erziehung und Bildung ist höher einzustufen als die Mitbestimmungsrechte für Lehrer. Mit dieser Begründung lehnte das Verwaltungsgericht in Münster die Klage zweier Gymnasiallehrer aus Beckum und Warendorf gegen ihre Versetzung an Schulen im Ruhrgebiet ab. Bei einer erfolgreichen Weigerung beider Lehrer wären jeweils 24 Wochenstunden Unterricht ausgefallen. Das Gericht meinte, für die Schüler sei dies »ein nicht wiedergutzumachender Schaden«. Trotz Hilfe der Gerichte tut sich die Landesregierung weiterhin schwer, die Lehrerflaute im Kohlenpott durch Zwangsversetzungen aus überbesetzten Schulen auszugleichen. Von 690 ausgeguckten Lehrern gehen nur 115 freiwillig. Das Kabinett des Johannes Rau hat sich schon mit einem halben Dutzend Fälle beschäftigt. In dieser Woche muß die Ministerriege über die Versetzung eines Hauptschullehrers von Borken ins etwa zehn Kilometer entfernte Wulfen diskutieren.

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