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Hausmitteilung USA / Pest / Masken / SPIEGEL GESCHICHTE

aus DER SPIEGEL 3/2021
Schmidt (l.) in Arkansas

Schmidt (l.) in Arkansas

Foto: Chase Castor / DER SPIEGEL

Ein Mann sitzt, seinen Fuß auf dem Schreibtisch, in einem der Büroräume der demokratischen Politikerin Nancy Pelosi – dieses Foto wurde zum Symbol der Erstürmung des Washingtoner Kapitols. SPIEGEL-Mitarbeiter Daniel C. Schmidt fragte sich: Was verbindet diese zwei Leben, das des Handwerkers Richard Barnett und das der Migrantentochter Pelosi, die sich beide als Vertreter des Volkes verstehen? Schmidt begab sich auf die Spuren des Eindringlings in dessen Heimat Arkansas, sprach mit Leuten, die Barnett kennen, und versuchte nachzuvollziehen, warum dieser sich radikalisiert hat. Mit der Gefahr, die von Leuten wie Barnett auch künftig ausgehen könnte, beschäftigte sich Washington-Korrespondent René Pfister: Welche Chancen hat der neue US-Präsident Joe Biden, das Land aus der Krise zu führen, wenn er von Anfang an unter Lebensgefahr regieren muss? Außerdem ging ein Team rund um den Silicon-Valley-Korrespondenten Guido Mingels der Frage nach, ob soziale Netzwerke das Schlechte im Menschen wecken – und wie sich die Macht der Techkonzerne Facebook und Twitter einschränken ließe. zum Artikel 

Um in Zeiten einer Pandemie klüger zu werden, lohnt sich ein Blick in die weite Vergangenheit, meint Redakteur Lothar Gorris. Etwa ins 14. Jahrhundert, als die Pest in Europa wütete. Vier Stunden lang sprach Gorris mit dem Historiker Volker Reinhardt, Autor des Buches »Die Macht der Seuche«. Darin vergleicht Reinhardt die Pest mit der Corona-Pandemie und beschreibt Parallelen: die Überforderung von Gelehrten und Regierenden, die manchmal sogar erfolgreichen drakonischen Maßnahmen autoritärer Herrscher sowie den Drang des Menschen, Schuldige zu suchen. »Eine Katastrophe wie bei der Pest sieht Reinhardt nicht«, sagt Gorris, »sondern ein Großereignis, das in Erinnerungen fortleben wird, aber nichts einschneidend verändert.« zum Artikel 

Im Juni trafen die Redakteure Jürgen Dahlkamp und Gunther Latsch einen Maskenimporteur, der sich wunderte, dass er mit dem Bundesgesundheitsministerium nicht ins Geschäft kam – trotz guter und günstiger Ware. Umso mehr horchten sie auf, als sie erfuhren, dass es einer wegen hoher Preise umstrittenen Firma aus der Schweiz gelungen war, für 350 Millionen Euro Masken an die Bundesregierung zu verkaufen. Bei ihren Recherchen nach den Gründen stießen sie auf eine umtriebige Lobbyistin: die Tochter des früheren CSU-Generalsekretärs Gerold Tandler. Mit ihren Kontakten hatte sie den Schweizern die Tür ins Ministerium von CDU-Mann Jens Spahn geöffnet. Nun besteht der Verdacht, dass sich Spahn persönlich zugunsten der Firma eingemischt haben könnte. »März und April waren Wildwestmonate in der Maskenbeschaffung, einige Anbieter hatten wohl bessere Beziehungen als andere«, sagt Latsch. Spahn ließ die SPIEGEL-Fragen dazu unbeantwortet. »Statt sich zu erklären, schweigt der sonst sprechfreudige Minister«, staunt Dahlkamp. zum Artikel 

Der Mann, der um 1800 eine neue Epoche in Deutschland einläutete, war ein Franzose. Napoleon Bonaparte zog zu jener Zeit mit seinen Armeen durch Europa. Mit aller Macht reformierte er die von ihm kontrollierten Gebiete, darunter große Teile der deutschen Staaten. Die neue Ausgabe von SPIEGEL GESCHICHTE erzählt, wie Napoleon Politik, Gesellschaft, Religion, Rechtsprechung und sogar die Mode beeinflusste – und dass manches davon bis heute spürbar ist. Das Heft »Napoleon und die Deutschen« erscheint am Dienstag.

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