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Hausmitteilung USA / Hotel in der Krise / Drogen

aus DER SPIEGEL 18/2020
Scheuermann, Kuntz

Scheuermann, Kuntz

Kein Land leidet zurzeit stärker unter der Corona-Pandemie als die USA. Die Johns Hopkins University zählt mehr als 840 000 Infizierte und 47 000 Tote, schätzungsweise mehr als 26 Millionen Menschen haben ihren Job verloren, eine Arbeitslosenquote von mehr als 20 Prozent ist möglich. So lauten die Zahlen. Wie es sich unter diesen Umständen in den USA lebt, jetzt und seit Beginn der Pandemie, wollte ein Team von Redakteuren um Katrin Kuntz und Christoph Scheuermann in Erfahrung bringen. Über mehrere Wochen begleiteten sie Frauen und Männer durch die Krise, aus verschiedenen Regionen des Landes, aus unterschiedlichen Milieus, sprachen mit ihnen übers Telefon, über Zoom, hielten Kontakt per Mail. Da ist, unter anderen, die Lokalpolitikerin nahe New Orleans, neu im Amt, die die Pandemie bekämpfen muss, während ihr Präsident diese noch herunterspielt. Da ist der Tüftler, der die perfekte Maske entwickeln will; die Krankenschwester, die mit akutem Personalmangel konfrontiert ist; und da ist die Unternehmerin, die sämtliche Angestellte entlassen muss. Wie es ihr und vielen anderen in einem Land geht, das sich gern als letzte noch verbliebene Supermacht bezeichnet, beschreibt der Text hier .

Die Krise trifft Selbstständige und Kleinunternehmer besonders hart, einer von ihnen heißt Steffen Soltau, Hotelier aus Hamburg. Die Recherche von SPIEGEL-Redakteurin Dialika Neufeld begann mit einem Post auf Facebook. Soltau klagte, dass der Shutdown seine Existenz bedrohe. Der Hotelier kam gerade aus dem Urlaub zurück, aber er war nicht entspannt, er hatte Angst. Aus der Ferne hatte Soltau mit ansehen müssen, wie das Virus seinem Hotel zusetzte. Buchung um Buchung wurde storniert, sein Traum vom eigenen Hotel zerbröselte. Was die Krise für ihn bedeutet, wie es auf seinem Konto aussieht, in seinem Gemüt, zeigte er Neufeld mit großer Offenheit. Mithilfe von Kontobewegungen und vielen WhatsApp-Chats zeichnet sie den Absturz eines Unternehmens in der Coronakrise detailliert nach. »Es ist ein unauflösbares Dilemma«, sagt Neufeld, »die Politik, die Soltau schützen will, zerstört seine Lebensgrundlage.« zum Artikel 

Polizei und Staatsanwaltschaften können selten Erfolge im Kampf gegen Kriminelle melden, die dunkle Ecken des Internets gekonnt nutzen. Die Strafverfolger sind oftmals zu schlecht ausgestattet, werden behindert von nationalen Grenzen und Zuständigkeiten, das Ergebnis: Meist gewinnen die Kriminellen. Aber nicht immer. Dem BKA ist es gelungen, den größten Online-Drogenshop Deutschlands auszuheben. Elf Beschuldigte sind angeklagt, sie sollen unter anderem mit mehr als 130 Kilogramm Amphetamin, 42 Kilo Cannabis und 6 Kilo Kokain gehandelt haben. Kunden lobten die zuverlässige und schnelle Lieferung des Shops im Darknet, der den unbescheidenen Namen »Chemical Revolution« trug. Die SPIEGEL-Reporter Rafael Buschmann, Nicola Naber, Christoph Winterbach und Michael Wulzinger recherchierten zusammen mit dem NDR, wer hinter dem Shop steckte und woran dessen Betreiber schließlich scheiterten. Sie trafen sich mit ehemaligen Kunden an Autobahnraststätten, fuhren zu Treffen mit Fahndern, arbeiteten sich durch die Ermittlungsakten. »Letztlich«, so Buschmann, »wurde der Bande zum Verhängnis, dass einer von ihnen mit der Polizei paktierte, in der Hoffnung, eine geringere Strafe zu bekommen.« zum Artikel 

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