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USA: Israel vor Öl

aus DER SPIEGEL 16/1975

Der Verdacht amerikanischer Juden, daß die US-Öffentlichkeit Israel für arabisches Öl preisgeben wurde, hat sich als unbegründet erwiesen. Bei einer Repräsentativumfrage des amerikanischen Meinungsforschungsinstituts Harris ergab sich, daß 64 Prozent der nichtjüdischen Befragten es ablehnen, niedrigere Ölpreise mit der Einstellung der Militärhilfe für Israel zu erkaufen; nur 18 Prozent votierten für Öl. Ihre jüdischen Mitbürger dagegen schätzten die mutmaßliche Einstellung der übrigen Amerikaner erheblich pessimistischer ein: Sie meinten, 45 Prozent würden sich für Öl und nur 34 Prozent für Israel entscheiden. Die Juden glaubten ferner, 62 Prozent ihrer Mitbürger würden Juden als »unangenehm« empfinden, weil sie »in aggressiv« seien. In Wahrheit bekannten sich lediglich 32 Prozent der befragten Amerikaner zu dieser Einstellung. Zwar sind antisemitische Denkweisen gegenüber dem Vorjahr, in dem sie bei 28 Prozent der Befragten festgestellt wurden, leicht angestiegen. Aber der Prozentwert liegt weit unter den Erwartungen amerikanischer Juden, die bei 56 Prozent ihrer Mitbürger Antisemitismus zu spüren glaubten.

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