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AUSSIEDLER Verband für Kohl

aus DER SPIEGEL 25/1998

Unter den 1,9 Millionen Spätaussiedlern aus der ehemaligen Sowjetunion wächst der Unmut über den politischen Kurs ihrer offiziellen Interessenvertretung, der in Stuttgart residierenden Landsmannschaft der Rußlanddeutschen. Sie werfen dem Verband Gleichgültigkeit gegenüber den Integrationsschwierigkeiten der Aussiedler und allzu große Nähe zur Kohl-Regierung vor. In den letzten Monaten wurden bundesweit schon Dutzende neuer Rußlanddeutschen-Verbände gegründet. Auch ein namhafter Funktionär der Landsmannschaft klagt über den eigenen Verein: Dessen Führung verstehe die elementarsten Probleme seiner Klientel nicht mehr, empört sich Alexander Riffel, Vorsitzender der Ortsgruppe Lübeck, in einem offenen Brief. Bundeschef Alois Reiss fördere im Verband Krämergeist sowie Personenkult und knebele die eigenen Zeitungen »wie früher ein sowjetischer Gebietssekretär« mit einer Pressezensur. Reiss, der beim Treffen der Landsmannschaft vorletztes Wochenende in Stuttgart Sympathien für Gastredner Helmut Kohl gezeigt hatte, reagierte prompt. Er enthob seinen Kritiker Riffel sämtlicher Funktionen in der Landsmannschaft.

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