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Behinderte Verdammt gut

aus DER SPIEGEL 21/1996

Der deutsche Schützenbund will die rund 3000 behinderten Schießsportler von seiner geplanten Bundesliga ausschließen. Nur ohne Behinderte, so die Argumentation, entspräche die Liga, die 1997 starten soll, internationalen Standards. Denn behinderte Schützen dürfen beim Schießen Hilfsmittel benutzen wie etwa eine Schlinge fürs Gewehr - was nichtbehinderten Sportlern verboten ist. Mannschaften, die einen behinderten Sportler in ihren Reihen hätten, seien dadurch eindeutig im Vorteil - Behindertensportler bestreiten das: Ein Schütze im Rollstuhl habe so viele körperliche Handicaps auszugleichen, daß von einem Vorteil keine Rede sein könne. Das sieht auch der Behindertensprecher Franz-Josef Sinsel, Mitglied der Behinderten-Nationalmannschaft, so: »Warum akzeptiert man nicht, daß wir einfach einige verdammt gute Schützen haben?« Der hessische Schützenverband hat jetzt Protest gegen den Liga-Ausschluß eingelegt und beantragt, daß mindestens ein Behinderter pro Mannschaft zugelassen wird.

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