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Schach Verdammtes Ding

aus DER SPIEGEL 31/1994

Fritz ist wie der Terminator. Mit jeder Folge wird er härter, während die Zahl seiner Feinde wächst. Die jüngste Version des Schachprogramms Fritz, dessen Vorgänger von Weltmeister Garri Kasparow mühelos bezwungen wurde, hat sich vom Trainingspartner der Profis zu deren Lehrmeister entwickelt. Bei Probeläufen schlug Fritz 3, das jetzt auf den Markt kommt, fast die gesamte Weltspitze. Von Liebhabern wird die Diskette der Hamburger Softwarefirma Chessbase wegen des Turniermodus gefürchtet: Genügte einst der Griff zum Netzschalter, um eine Partie von der Festplatte zu putzen, so wertet Fritz 3 diesen Trick als Aufgabe. Der Rechner gestattet weder die Rücknahme von Zügen noch das Überschreiten des Zeitlimits, er schätzt die Weltranglistenpunkte seiner Gegner überraschend genau - und erzeugt Aggressionen. Auf die Frage, warum er gegen Fritz 3 verloren habe, blaffte Vize-Weltmeister Nigel Short, »weil das verdammte Ding besser ist als ich«.

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