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Parteien Verfestigtes Gebilde

aus DER SPIEGEL 29/1993

SPIEGEL: Sie haben den sächsischen CDU-»Gesprächskreis 2000« mitbegründet, der neben programmatischen Thesen auch alle Dokumente der internen Diskussion in der Partei veröffentlichen will - heftige Kritik aus der von Kurt Biedenkopf geführten Parteispitze inklusive. Was soll das bringen?

Rößler: Wir wollen einen Blick hinter die Kulissen der Politik ermöglichen. Biedenkopf hat in seiner Zeit als CDU-Generalsekretär Diskussionen stets gefördert und kennt das Los von Querdenkern aus eigener Erfahrung. Deshalb wird er sich die Innovationskraft unserer Gruppe zunutze machen.

SPIEGEL: Biedenkopf hat doch selbst schon eine Debatte über politische Grundwerte losgetreten. Wozu ein Konkurrenzunternehmen?

Rößler: Wer ein verfestigtes Gebilde wie die CDU von innen heraus erneuern will, muß viele Kräfte in der Partei mobilisieren. Deshalb sind wir keine Konkurrenz, sondern eine sinnvolle Ergänzung. Wir machen in Dresden dasselbe wie Biedenkopf in Bonn.

SPIEGEL: Was empfehlen Sie Ihrer Partei, um die verkrusteten Strukturen aufzubrechen?

Rößler: Wir brauchen zum Beispiel die Urwahl auf allen Ebenen, eine breite Öffnung für engagierte Bürger ohne Parteibuch, die Begrenzung von Amtszeiten auf drei Wahlperioden und die Offenlegung aller Einkünfte von Mandatsträgern. Wer zur Sicherung des Standortes Deutschland Besitzstände abbauen und Strukturen aufbrechen will, muß bei sich selbst anfangen.

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