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HAUPTSTADT Verhüllung mit Vorteil

aus DER SPIEGEL 5/2002

Die gigantische Werbeplane am Brandenburger Tor fällt erheblich später als geplant. Die umstrittenen Restaurierungsarbeiten werden um sieben Monate bis Oktober verlängert. Diesen Beschluss setzte der Berliner Bausenator Peter Strieder bei der ersten Sitzung des neu gewählten Senats in der vergangenen Woche außerhalb der Tagesordnung durch. Man habe, heißt es nun, »nach Beginn der Maßnahme eine Erhöhung des Erneuerungsaufwandes« festgestellt. Das widerspricht einem im Januar vorgelegten Gutachten seines Hauses, in dem das Landesdenkmalamt (LDA) belegt, dass die Schäden weniger gravierend sind, als das seit Herbst 2000 dort werkelnde Firmen- und Stiftungskonsortium behauptet. So hieß es, die Quadriga auf dem Tor falle »fast vom Sockel« und müsse mit erheblichem Zeitaufwand restauriert werden. Das LDA sieht hingegen »keine Notwendigkeit einer umfassenden Restaurierung«. Den Vorteil der Verlängerung genießt allein die private Stiftung: Die Werbung spült monatlich 180 000 Euro in die Kasse der Stiftung Denkmalschutz Berlin.

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