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KOFFERBOMBEN Vernehmung in Beirut

aus DER SPIEGEL 37/2006

Die Bundesanwaltschaft darf nun doch einen der beiden mutmaßlichen Kofferbomber, den Libanesen Dschihad Hamad, selbst verhören. Am vergangenen Donnerstag traf ein Bundesanwalt in Beirut ein, der Hamad Anfang der Woche gemeinsam mit einem libanesischen Untersuchungsrichter befragen soll. Bislang durften die Deutschen nur einmal 45 Minuten lang bei einer Vernehmung zuhören. Hamads Angaben kommt entscheidende Bedeutung bei der Aufklärung der gescheiterten Anschläge zu: Auf seine Aussagen stützt sich hauptsächlich der Haftbefehl gegen den mutmaßlichen »dritten Mann«, den Syrer Fadi al-S. In der Vernehmung hatte Hamad ausgesagt, Fadi al-S. habe »Ahnung von Computern« und den zweiten mutmaßlichen Kofferbomber Youssef al-Hajdib »in Computerangelegenheiten unterstützt«. Bei gemeinsamen Internet-Recherchen seien »insbesondere Anleitungen zum Bau von Bomben von Interesse gewesen«. Den Koffer habe ein Marokkaner aus Düsseldorf besorgt. Libanesischen Angaben zufolge hatte Hajdibs Vater eine führende Rolle bei den Protesten gegen die Mohammed-Karikaturen gespielt, er sei bei einer gewalttätigen Demonstration gegen das Beiruter Uno-Büro aufgefallen. Am Rande der Innenministerkonferenz am vergangenen Montag erklärten hochrangige Ermittler weitere Details der geplanten Anschläge auf zwei Regionalzüge: So sei den Brandsätzen Speisestärke beigelegt worden, mit der Absicht, Verletzungen zu verstärken.

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