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Briefe

Verrat an Pflegeprofis
aus DER SPIEGEL 39/2001

Verrat an Pflegeprofis

Nr. 37/2001, Pflegenotstand: Behörden weisen osteuropäische Helferinnen aus

Ich bin sicher, dass Frank Lehmann laut protestieren würde, wenn jemand vorschlüge, dass seine Tochter 24 Stunden lang für einen Stundenlohn von 2,78 Mark (circa 2000 Mark im Monat) alte Kranke pflegen sollte. Es scheint aber ganz in Ordnung zu sein, solange es sich nur um Ausländerinnen handelt. Deshalb muss ein Gesetz geschaffen werden, welches sichert, dass die Arbeitsbedingungen denen deutscher Kollegen gleichen, damit dieser Ausbeutung ein Riegel vorgeschoben wird.

ELTVILLE (HESSEN) JANE MAUREEN MUEHLUM

Sie vergleichen Pflege mit Spargelstechen und Geschirrspülen. Sie haben Recht. Pflege durch ungelernte Kräfte kommt dem nah. Eine ungelernte Kraft kann einen Menschen waschen, aber mehr nicht. Unsere alten, vielleicht sogar verwirrten Eltern, Großeltern brauchen aber mehr.

FRANKFURT A. M. BETTINA BÖHM

Was macht wohl der Arbeiter, der mit 2800 bis 3000 Mark monatlich nach Hause geht? Dieser könnte sich nicht einmal eine billige Hilfe aus den östlichen Ländern leisten. Hier jammern wieder einmal die ohnehin schon Privilegierten unserer Gesellschaft.

RONNEBURG (HESSEN) INGE DICK

Pflegetouristen als vollwertigen Ersatz für überteuerte einheimische Pflegekräfte einzustellen ist ein Verrat an gelernten Pflegeprofis, die trotz Einsparungen und schlechter Arbeitsbedingungen dennoch versuchen, qualitativ hochwertige Arbeit zu leisten.

KARLSRUHE ROBERT VALLENDOR

KRANKENPFLEGER

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