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USA Versteigerung von Sklaven

aus DER SPIEGEL 42/1994

Zwischen weißen und schwarzen US-Bürgern wird der Umgang mit der Geschichte immer schwieriger. Nachdem die Walt Disney Company ihren Plan für einen historischen Freizeitpark auch deshalb aufgeben mußte, weil schwarze Bürgerrechtsgruppen gegen eine vermeintliche Verharmlosung der Sklavenhaltung protestiert hatten, wurde das Thema vorige Woche erneut zum Politikum. Im kolonialen Museumsdorf Williamsburg, in das Präsident Ronald Reagan vor elf Jahren zum Weltwirtschaftsgipfel geladen hatte, rief eine nachgestellte Versteigerung von Sklaven den Zorn schwarzer Politiker hervor. Trotz historischer Belege für solche Verkäufe in Williamsburg halten linke Schwarze jede Darstellung des finsteren Themas in einem unterhaltenden Rahmen für eine »Trivialisierung des afroamerikanischen Holocausts«.

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