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Frankreich Verwirrung um Force de frappe

aus DER SPIEGEL 6/1996

Der jähe Wechsel des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac vom rücksichtslosen Atomtester ("Hiro-Chirac") zum nuklearen Friedensapostel hat Franzosen wie europäische Verbündete verwirrt. Sosehr Chiracs endgültiger Verzicht auf Nuklearversuche begrüßt worden ist, so unklar bleibt sein Vorschlag, das Nationalheiligtum Force de frappe zu »europäisieren«. Der Gaullist behauptete bei seinem Staatsbesuch in den USA, ein »neues Kapitel« sei eröffnet; tatsächlich tappen die EU-Partner im dunkeln, wie Chiracs »bessere europäische Verteidigung« aussehen soll. Mit der Bundesregierung, die keine nukleare Teilhabe wünscht und den amerikanischen Atomschirm dem französischen vorzieht, hat Paris bisher keine einzige Konsultation geführt. EU-Mitglieder wie Österreich, Schweden und Finnland lehnen einen europäischen Atompfeiler rundweg ab. Seine Landsleute, ärgerte sich vorige Woche der französische General Michel Fennebresque, begriffen »unsere heutige nationale Strategie« nicht mehr.

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