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Ruanda Vieh gefährdet Nationalpark

aus DER SPIEGEL 17/1995

Früher warben Reiseführer für das »lohnende Ausflugsziel« 150 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Kigali. Im Kagera-Nationalpark - 2500 Quadratkilometer groß - konnten Touristen Ruandas letzte Zebras, Löwen und Gazellen beobachten. Nun droht den Wildtieren das Ende, weil Hunderttausende von langhörnigen Aschanti-Rindern in ihren Lebensraum einbrechen. Aus dem Exil heimkehrende Tutsi treiben ihre Herden in die mit Akazienbüschen bewachsene Graslandschaft. 23 000 registrierte Rückkehrer sollen aus ihrem Zufluchtsland Uganda rund eine Million Rinder mitgebracht haben. In Ruanda will die Tutsi-Regierung, die nach den Massakern vom vergangenen Jahr an die Macht kam, ihre heimkehrenden Stammesbrüder nun zur Selbstbeschränkung zwingen: Jede Familie soll ein Landstück erhalten, auf dem sie nicht mehr als 15 Rinder halten darf.

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