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Briefe

Viele Sorgen, keine Pleite
aus DER SPIEGEL 32/1978

Viele Sorgen, keine Pleite

(Nr. 28/1 978, Duisburg)

Richtig ist, daß Duisburg finanzielle Schwierigkeiten hat, jedoch von Pleite oder Bankrott zu sprechen, wie es der SPIEGEL tat, ist weit überzogen. Auch die Tatsache, daß Duisburg -- wie andere Städte auch -- Vermögen veräußert hat, um 1978 einen Haushaltsausgleich zu erzielen, kann nicht zu der Schlußfolgerung führen, die städtischen Finanzen seien am Ende. Die finanziellen Schwierigkeiten der Stadt haben im wesentlichen folgende Ursachen: Krise der Stahlindustrie, Bevölkerungsabwanderung, zwangsläufige Ausgaben steigen mehr als Einnahmen. Während die Steuern und Finanzzuweisungen in den letzten drei Jahren lediglich um 13,6 Prozent stiegen, mußten für unveränderbare Ausgaben wie Personalkosten 21,6 Prozent und für Sozialhilfe 33,3 Prozent mehr aufgewendet werden.

Was der SPIEGEL als »bescheidene Sparversuche« Duisburgs bezeichnet, sind in Wirklichkeit Sparmaßnahmen in der Größenordnung von 55 Millionen Mark im Verwaltungshaushalt. Gravierende Einsparungen, wenn man bedenkt, daß rund 80 Prozent des gesamten Haushalts von der Stadt nicht beeinflußt werden können. Die vom Düsseldorfer Regierungspräsidenten gemachten Anregungen zur Verbesserung der Duisburger Finanzlage werden zur Zeit geprüft.

Duisburg HEINZ-JOSEF THOME Beigeordneter, Stadt Duisburg

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