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Briefe

Vielfältige Angebote
aus DER SPIEGEL 50/1998

Vielfältige Angebote

Nr. 48/1998, Bildung: Sponsoring an Schulen

Ihr Artikel zeigt eindrücklich, wie nicht-öffentliche Gelder zunehmend das Bildungssystem am Leben erhalten müssen. Man darf gespannt sein, wann die ersten Ermittlungsverfahren gegen Grundschuldirektoren wegen Vorteilsnahme eingeleitet werden.

HEIDELBERG DR. ACHIM VOGT

An der Justus-v.-Liebig-Volksschule in Heufeld fällt der lehrplanmäßige Chemieunterricht im Rahmen des Heimat- und Sachkundeunterrichts nicht aus. Die Stiftung der Firma Süd-Chemie finanziert zusätzlichen freiwilligen Chemieunterricht für Grundschüler, fördert die Lehrerfortbildung in naturkundlichen Fächern und hilft bei der technischen Ausstattung der Naturlehrräume.

BRUCKMÜHL (BAYERN) G. RYCHLIK

Bei anhaltender Finanznot können wir die vielfältigen Angebote von Firmen, finanzielle Unterstützung oder Sachspenden zu leisten, nur begrüßen! In Hamburg haben wir uns allerdings geeinigt, Sponsoring so zu gestalten, daß es nicht zu einer Chancenungleichheit zwischen den Schulen, Schülern und Quartieren kommt. Wir bleiben auch bei dem Grundsatz, daß kein privat oder von der Wirtschaft bezahlter Lehrer Regelunterricht erteilen darf. Denn Staat und Politik wollen sich nicht auf leisen Sohlen aus der Bildungspolitik verabschieden, sondern Möglichkeiten zur Verbesserung der Ausstattung schaffen. Wenn eine Firma Schülern Computer, Bücher, Trikots in Klassensatzstärke liefert, können alle Seiten nur davon profitieren. Daß Product-Placement aber so weit geht, daß der Verkauf in die Schulen hineingetragen wird und gar eine Umsatzbeteiligung die Schüler zum Konsum animieren soll, ist hier nicht denkbar. Insofern plädiere ich für einen sehr begrenzten Rahmen, in dem Werbung in der Schule zulässig sein sollte. Kindern und Jugendlichen steht laut Grundgesetz ein besonderes Recht auf Schutz und Fürsorge zu!

HAMBURG ELISABETH SCHILLING MITGLIED DER HAMBURGER BÜRGERSCHAFT (SPD)

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